Titelaufnahme

Titel
Seuchenjahre. Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention am Beispiel der Pocken im 18. Jahrhundert in der Habsburgmonarchie.
Weitere Titel
Plague Years. Measures to control and prevent epidemics using the example of smallpox in the 18th century in the monarchy of the Habsburgs.
Verfasser/ VerfasserinLamprecht, Kerstin
Begutachter / BegutachterinRaffler, Marliese
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Univ., Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-111657 Persistent Identifier (URN)
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Seuchenjahre. Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention am Beispiel der Pocken im 18. Jahrhundert in der Habsburgmonarchie. [0.78 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im 18. Jahrhundert avancierten die Pocken zur vorherrschenden Infektionskrankheit Europas. Die absolut regierende Obrigkeit erkannte unter dem Einfluss der Philosophie der Aufklärung den Menschen als Reichtum eines Staates und erklärte die Gesundheit der Bevölkerung zur staatlichen Angelegenheit. Die von der Obrigkeit eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention von Epidemien bedingten jedoch Veränderungen auf den unterschiedlichsten Ebenen einer Gesellschaft. Die vorliegende Arbeit geht daher der Frage nach, auf welchen Ebenen der Gesellschaft sich die Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung und -prävention von Pockenepidemien in der Habsburgermonarchie abzeichnen und auf welche Art sich diese äußern. Des Weiteren stellt sich die Frage, welche Dynamik sich im Beziehungsdreieck zwischen der Obrigkeit, der Ärzteschaft und der Bevölkerung entfaltet und auf welche Weise die Einführung der Pockenschutzimpfung dieses Verhältnis beeinflusst. Zudem soll anhand des „Sanitæts Protocols“ von Feldbach untersucht werden, ob die bisherigen Forschungserkenntnisse zu den Pockenepidemien mit den gewonnenen Ergebnissen aus dem Einzelbeispiel überein-stimmen bzw. worin die Unterschiede bestehen. Die Einführung von Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention von Pockenepidemien führten nicht nur zur Umgestaltung der sanitären Verwaltung, sondern trugen zur Veränderung der Reinlichkeitsvorstellungen der Bevölkerung sowie zum Wandel der Geruchstoleranz in der Gesellschaft bei. Bedingt durch diese Veränderungen trat die medizinische Policey in den Fokus, die die neuen hygienischen und sanitären Vorschriften in der Bevölkerung durchzusetzen versuchte. Die Obrigkeit griff aufgrund des Impfzwangs erstmals flächendeckend in das Private der Bevölkerung ein. Die Analyse des „Sanitæts Protocols“ zeigt jedoch auf, dass die gesetzten Maßnahmen in der Praxis sehr eingeschränkt erfolgreich waren und dass diese erst im 19. Jahrhundert entscheidende Verbesserungen herbeiführten.

Zusammenfassung (Englisch)

In the 18th century smallpox became the most dominant of infectious diseases. Being influenced by the enlightenment movement the ruling government perceived the countrys population as their economic prosperity and made the health of the society a governmental issue. The measures which the authorities had initiated to tackle and prevent epidemics resulted in changes on different social levels.This thesis examines on which levels of the society disease control and prevention of smallpox epidemics emerge and in which form they appear in the monarchy of the Habsburgs. Furthermore, the dynamics which are caused by the relational triangle between the government, the medical profession and the population as well as how the implementation of the smallpox vaccination influences this dynamic relationship is discussed. Last, by using the „Sanitæts Protocols“ of Feldbach it is analyzed if the preliminary research results on smallpox plagues show the same outcome as the results of the single example or if there are divergences. The introduction of measures concerning the control and prevention of smallpox epidemics lead to an alteration of the legislative sanctions against plagues and to a change of the cleanliness perception of the population as well as of the smell tolerance in the society. As a result, the medical police entered the limelight and tried to enforce the hygienic regulations and legislative measures within the society. For the first time the authorities extensively intervened in the private sphere of the population by dictating the compulsory vaccination. However, the analysis of the „Sanitæts Protocols“ indicates that the introduced measures were not significantly successful at the time since the situation improved only in the 19th century.