Titelaufnahme

Titel
Inszenierung eines Helden / vorgelegt von Christian Tauschmann, BA
Weitere Titel
Production of a hero
Verfasser/ VerfasserinTauschmann, Christian
Begutachter / BegutachterinBinder, Dieter-Anton
ErschienenGraz, 2017
Umfang101 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Dollfuß, Engelbert / Mythos
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-111638 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Inszenierung eines Helden [2.2 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Abschlussarbeit beschäftigt sich mit dem Begriff des Heldenmythos am Beispiel des österreichischen Kanzlers der ersten Republik Dr. Engelbert Dollfuß. Es wird von der Hypothese ausgegangen, dass bei Erfüllung von unterschiedlichen Voraussetzungen ein Heldenmythos kreiert bzw. inszeniert werden kann. In der Arbeit werden einige dieser Vorrausetzungen beschrieben. Darunter fallen unter anderen die Gruppen, die den Held verehren aber auch die eine Ideologie, welche der Held vertritt. Der Held hat eine Vorbildfunktion und sein Handeln soll zur Nachahmung anregen. Über seinen Tod hinaus fungieren die Gruppen, in diesem Fall zum Beispiel die Vaterländische Front und die österreichische Regierung, als Träger des Mythos und verbreitet ihn. Dafür stehen ihr unterschiedliche Medien, wie Bilder, Lieder, Rituale und die Errichtung von Denkmälern zur Verfügung. Zum Beispiel werden die unterschiedlichen Punkte bearbeitet und gezeigt, dass sich aus jeder Heldenkonstruktion unterschiedliche Perspektiven ergeben, die ihr zwar widersprechen können, aber gleichermaßen zur Entstehung und Verbreitung des Heldenmythos beitragen. Durch die Ermordung des Kanzlers durch Nationalsozialisten entwickelte sich aus dem autoritären Führer des österreichischen Ständestaats eine Heldenfigur. Diese wurde einerseits als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Vorreiter eines katholischen Österreichtums, andererseits als Arbeitermörder während der Februaraufstände 1934 und faschistischer Führer inszeniert. Diese bilabiale Sichtweise verfestigte den Mythos, der in die zweite Republik hineingetragen wurde und immer wieder zu politischen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien der großen Koalition führte. Dennoch überdauerte, trotz aller Widersprüchlichkeiten, der Kult um die Person Engelbert Dollfuß in geringem Maß bis zum heutigen Tag.

Zusammenfassung (Englisch)

This final thesis deals with the concept of hero mythology using the example of the Austrian chancellor Dr. Engelbert Dollfuß. The hypothesis is that a hero myth can be produced when a variety of certain criteria is being met. These criteria are listed in this thesis and are as follows, the group that supporting the hero, the ideology which the hero represents, as well as certain vouched-for deeds of the hero. A heros work is exemplary and encourages imitation. After the heros death, the groups for example the patriotic front and the Austrian government create the hero myth. A variety of media is available for the myths creation such as pictures, songs, rituals or the monuments. By way of example, the various points will be dealt with in this thesis and show that a heroic myth contains more perspectives, which can be in contradiction to each other. But this only makes the heroic myth stronger, as the thesis will elaborate. In the case of Dollfuß, it was through the murder of the chancellor by national socialists that a heroic figure emerged from the actual authoritarian leader of the state, who on the one hand, was regarded as a resistance fighter against national socialism a pioneer of Catholic Austrian ideology but on the other hand as a laborer during the 1934 February uprisings and therefore as a fascist leader. This bilabial point of view strengthened the myth, which was carried along into the Second Republic, and again and again lead to a political dispute between the parties of the great coalition. Nevertheless, the thesis will show how, in spite of all inconsistencies, the cult around the person of Engelbert Dollfuß partially survived until the present day.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 115 mal heruntergeladen.