Titelaufnahme

Titel
Absicherungsmedizin aus ethischer Perspektive / eingereicht von Dr.med.univ. Angelika Geymayer
Weitere Titel
Defensive medicine from an ethical perspective
Verfasser/ VerfasserinGeymayer, Angelika
Begutachter / BegutachterinRuckenbauer, Hans-Walter
ErschienenGraz, Januar 2017
Umfang76 Blätter
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-110976 Persistent Identifier (URN)
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Absicherungsmedizin aus ethischer Perspektive [1.04 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Viele Ärztinnen und Ärzte fürchten, für Fehler im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit rechtlich belangt zu werden. Um diese Gefahr zu minimieren, werden mitunter unnötige Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt, die ihrerseits wiederum mit Risiken und Kosten verbunden sind. Ein solches Vorgehen wird als Absicherungs- oder Defensivmedizin bezeichnet und in dieser Arbeit aus ethischer Perspektive diskutiert. Ausprägungen und Verbreitung werden ebenso betrachtet wie mögliche Ursachen (mit einer Vorstellung der rechtlichen Grundlagen in Österreich) und Folgen für Individuum oder Gesellschaft. Ferner werden die Zusammenhänge der Problematik mit dem Verständnis von Gesundheit und Krankheit, dem Begriff der medizinischen Indikation und der Entwicklung der Ärztin-Patient-Beziehung beleuchtet. Es folgt eine Analyse in Hinblick auf die vier Prinzipien von Beauchamp und Childress, bevor schließlich einige Lösungsansätze vorgestellt werden.Untersuchungen aus dem Ausland deuten gemeinsam mit den wenigen vorhandenen Daten aus Österreich deutlich darauf hin, dass Absicherungsmedizin eine sehr weit verbreitete Problematik darstellt. Sie umfasst nicht nur die Aspekte der Überdiagnostik und Übertherapie, sondern kann sich auch durch das Ablehnen der Durchführung risikoreicher, aber notwendiger Verfahren äußern. Die diversen Auswirkungen solcher Vorgehensweisen, die durch unterschiedliche verunsichernde Faktoren begründet sein können, betreffen sowohl einzelne Patientinnen und Patienten, als auch Gesundheitssystem und Gesellschaft. Die Abwägung des verbundenen Risikos und Aufwands sowie der entstehenden Kosten gegenüber eigenen Haftungsbefürchtungen bedingt einen ethischen Konflikt, der verschiedene Prinzipien der Medizinethik in vielfältiger Art und Weise berührt.Absicherungsmedizin ist also ein durchaus brisantes Thema, das in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung im deutschsprachigen Raum allerdings erst wenig Aufmerksamkeit erfahren hat.

Zusammenfassung (Englisch)

Many physicians are concerned about being sued because of malpractice claims. To avoid this, they often perform unnecessary tests or treatments, which lead to additional risks and costs. This method, commonly referred to as defensive medicine, is discussed from an ethical perspective. Firstly, the forms and frequency of this behavior are examined. Secondly, its possible causes are described alongside a brief introduction of the legal background in Austria. Thirdly, the consequences faced by the individual or society are touched upon. Fourthly, its connection to the perception of health and illness, the concept of medical indication and the development of doctor-patient-relationships are explored. Fifthly, an analysis with regard to the four principles by Beauchamp and Childress is presented. Finally, some possible solutions are discussed.Studies from abroad together with the scarcity of Austrian data clearly indicate that defensive medicine is a widespread problem. It does not only include the aspects of overdiagnosis and overtreatment but can also result in the physicians refusal to perform risky, but necessary procedures. The multiple effects of this practice, which can be motivated by different unsettling factors, concern the individual patient as well as the health care system as such. Balancing risks, efforts, and costs against ones own fear of liability causes an ethical conflict, which affects different principles of medical ethics. Thus defensive medicine is definitely a delicate issue, which has not yet received adequate attention in the academic discourse in German-speaking countries.