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Title
"... erscheinet mein Asiatischer Calender mit seinen Raritäten und Wundertrefflichkeiten." : die europäische Wahrnehmung Asiens am Beispiel von Schreibkalendern der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (1668-1681) / vorgelegt von Kerstin Angie Dunst
AuthorDunst, Kerstin Angie
CensorHaug-Moritz, Gabriele
PublishedGraz, 2017
Description119 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Diagramme
Institutional NoteKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Annotation
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (GND)Deutsches Sprachgebiet / Asienbild / Schreibkalender / Geschichte 1650-1700
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-109594 Persistent Identifier (URN)
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"... erscheinet mein Asiatischer Calender mit seinen Raritäten und Wundertrefflichkeiten." [3.05 mb]
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Abstract (German)

Asien befand sich seit der Antike im Blickfeld der Europäer und war durch mittelalterliche Berichte bekannt. Dennoch zog der Kontinent auch in der Neuzeit im Zuge der europäischen Expansion das Interesse auf sich. Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Wahrnehmung Asiens im deutschsprachigen Raum in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es wurde die Frage gestellt, welche Themenkomplexe und Vorlagen in die weit verbreiteten Schreibkalender übernommen wurden und damit auch einfacheren Bevölkerungsschichten zugänglich waren.Als Quellengrundlage dienten deutschsprachige Schreibkalender aus dem Zeitraum von 16681681, deren Texte sich mit Asien befassen. Anhand der Themengebiete, die in den Kalendertiteln angegeben werden „Landschaften“, „Sitten“, „Trachten“, „Götzendienst“ und „Grausamkeiten“ sowie der zusätzlichen Abteilung „Politik und (Zeit-)Geschichte“ wurden die Texte kategorisiert und die Struktur der Masterarbeit entwickelt.In dieser Arbeit zeigt sich, dass die Kalendertexte einerseits von antiken Autoritäten übernommen wurden, andererseits aus zeitgenössischen Reiseberichten stammten. Tradiertes Wissen vereinte sich mit neugewonnenen Erkenntnissen. Der geographische Fokus der Texte lag auf dem Mogulreich, Persien und der Westküste Indiens. Themen des täglichen Lebens wie Klima, Landwirtschaft, Handel und religiöse Bräuche standen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Unbekannte Gegebenheiten wie Witwenverbrennungen wurden aus ihrem religiösen Kontext gelöst und als Kuriositäten hervorgehoben. Der Vergleich mit der eigenen, europäischen Erfahrungswelt sorgte in diesem Zusammenhang mitunter für Missverständnisse, doch im Allgemeinen entstand allmählich ein differenzierteres Bild des Fremden, das sich als Vorbote für wissenschaftliche Werke der Aufklärung zeigt. Den Texten kam eine identitätsstiftende Wirkung zu: Durch die Beschäftigung mit diesen Themen grenzte der Leser seine eigene Le fremden ab.

Abstract (English)

Since antique times Asia was in an European field of vision. Medieval travel reports contributed to this familiarity. Nevertheless, in the Early Modern Age Asia attracted European interest in the course of European expansion once more. The current master thesis deals with the perception of Asia in German-speaking areas in the second half of the 17th century. The central question that motivates this paper is, which theme complexes and originals were adopted to the widespread „Schreibkalender“, which were accessible to a broader audience. Primary sources were German-speaking „Schreibkalender“ in the timespan from 1668 to 1681, with texts about Asia. Based on the topics, given in the titles of the calendars „Landschaften“, „Sitten“, „Trachten“, „Götzendienst“ and „Grausamkeiten“ including an additional category named „Politics and (contemporary) history“ the texts were categorized, and the structure of the master thesis was developed.This paper leads to the conclusion that the texts in the calendars considered were on the one hand adopted from antique authorities and on the other hand derived from contemporary travel literature. Traditional knowledge was combined with insight recently gained. The geographical focus of the texts is on the Mughal empire, Persia and the western coast of India. Topics were centered on daily life like climate, agriculture, trade and religious customs. Unknown facts like widow burning were extracted from their religious context and brought out as curiosities. Even if those calendars caused misunderstandings due to the comparison to the European culture, generally generated a more differentiated image of the Asian culture, thus being a forerunner for scholarly studies in the age of enlightenment. Those texts had an identity generating effect, the reader would have to differentiate between his lifeworld and culture and the unknown.