Titelaufnahme

Titel
Die Rolle der segmentalen Strategie beim Vergleich von Brüchen und Proportionen / Ulrike Höhndorf, BSc
Weitere Titel
Processing fractions and proportions: the role of the segmental processing strategy
Verfasser/ VerfasserinHöhndorf, Ulrike
Begutachter / BegutachterinIschebeck, Anja
ErschienenGraz, November 2016
Umfang97 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Bruch <Mathematik> / Informationsaufnahme / Segmentierung
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-108761 Persistent Identifier (URN)
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Die Rolle der segmentalen Strategie beim Vergleich von Brüchen und Proportionen [1.43 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Personen verwenden unterschiedliche Strategien, wenn sie Verhältnissen wie Brüche oder Proportionen bearbeiten und hinsichtlich der numerischen Größe vergleichen. Die segmentale Strategie beruht auf einem Vergleich der einzelnen Komponenten des Bruches oder der Proportion, die holistische Strategie auf einem Vergleich der ganzen numerischen Werte. Die hybride Strategie stellt eine Kombination beider dar. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie Verhältnisse bei Erwachsenen repräsentiert sind und welche Rolle dabei die segmentale Strategie spielt. Dazu wurden zwei unabhängige Verhaltensexperimente mit Erwachsenen durchgeführt. ProbandInnen des Experiment 1 bekamen zweistellige Bruchpaare, die des Experiment 2 Proportionen, die in Form von Punktewolken dargestellt waren, dargeboten. Die Aufgabe war es, das jeweils größere von zwei Verhältnissen zu bestimmen, dabei wurden Reaktionszeiten und Fehlerraten erfasst. Um die verwendeten Strategien identifizieren zu können, wurde die Lösbarkeit der Brüche durch segmentale Strategien (Kongruenz) und die numerische Distanz variiert. Die Ergebnisse zeigten, wie angenommen, dass die numerische Distanz einen wichtigen Prädiktor für die Verarbeitung darstellt. Paare mit hohen numerischen Distanzen konnten sowohl bei Brüchen als auch bei Proportionen schneller und fehlerfreier verarbeitet werden als solche mit geringer Distanz. Dies spricht für die Existenz eines numerischen Distanzeffektes für zweistellige symbolische und nicht-symbolische Verhältnisse. Der Einfluss der Kongruenz konnte nur teilweise bestätigt werden. Kongruente Paare, also solche die durch eine segmentale Strategie lösbar sind, konnten nicht schneller, aber im Fall der Brüche, fehlerfreier gelöst werden als inkongruente Paare. Diese Resultate weisen darauf hin, dass zweistellige Brüche und Proportionen bevorzugt holistisch gelöst werden und die segmentale Strategie bei der Verarbeitung von zweistelligen Verhältnissen eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Zusammenfassung (Englisch)

Dealing with fractions and proportions is difficult for children and also for adults. People use different strategies to solve problems with ratios. When comparing relations, segmental processing strategies can sometimes be used, that is, strategies that are based on comparisons of the components of the ratio. The holistic processing strategy on the other hand relies on the numerical values of the relations. Sometimes both strategies can be used (hybrid strategy). The aim of the present study was to clarify, how adults compare rations and whether the segmental processing strategy plays a significant role. For this purpose, two independent behavioral experiments were conducted with adults. In experiment 1 participants compared two-digit fraction pairs, whereas participants of experiment 2 compared pairs of proportions, which were presented in the form of point clouds. The task was to determine the greater ratio, and response times and error rates were recorded. In order to identify the strategy used, the possibility to solve a fraction using a segmental strategy (congruency) and the numerical distance was varied. The results showed that the numerical distance is an important predictor for ratio comparison. Fractions and proportion pairs with high numerical distances were processed more quickly and with fewer errors than those with a lower numerical distance (numerical distance effect). The influence of a use of segmental comparison strategy where possible (congruency), however, could only be partially confirmed. Congruent pairs could not be solved more quickly, but in the case of fractions, there were lower errors than for incongruent pairs. These results indicate that adults prefer a holistic processing strategy and demonstrates only a limited role for the segmental processing strategy.