Titelaufnahme

Titel
"Mag sein notdturfft bey der Chur Pfalz suchen" : Argumentationsstrategien in frühneuzeitlichen Supplikationen : (Gezeigt an dem Supplikationsverfahren des Ehepaars Valentin und Margaretha Jäger) / vorgelegt von Philipp Neudeck, BA
Verfasser/ VerfasserinNeudeck, Philipp
Begutachter / BegutachterinHaug-Moritz, Gabriele
ErschienenGraz, 2016
Umfang162 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; 1 Illustration
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Oppenheim / Supplik / Geschichte 1602-1609
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-107923 Persistent Identifier (URN)
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"Mag sein notdturfft bey der Chur Pfalz suchen" [1.63 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit einer bestimmten Kommunikationssituation zwischen Obrigkeiten und ihren Untertanen, dem Supplikationsverfahren. Suppliken waren in der Frühen Neuzeit untertänige Bitten, die legislative oder administrative Anliegen, Bitten um Gnade, Gewähren von Privilegien oder Hilfestellung in Notsituationen beinhalten konnten. Da es durch sie möglich wird, in die Lebenswelt der Menschen der Frühen Neuzeit einzutauchen und greifbar zu machen, haben sie sich in den letzten Jahrzehnten zu einem intensiv erforschten Feld der Frühneuzeitforschung entwickelt. Im Fokus dieser Masterarbeit stehen die Argumentationsstrategien der Hauptakteure des behandelten Supplikationsverfahrens, des Ehepaars Valentin und Margaretha Jäger sowie des Stadtrats von Oppenheim wie sie vor dem Reichshofrat Kaiser Rudolfs II. in den Jahren 16021609 vorgebracht wurden. Methodisch leistet diese Arbeit einen Beitrag zur Kulturgeschichte des Politischen. ^Die Kulturgeschichte des Politischen will durch die Rekonstruktion von Diskursen, Praktiken und Objektivationen, zeitgenössische Bedeutungsstrukturen freilegen, die ein Verstehen von Macht- und Herrschaftsstrukturen ermöglichen. Die handelnden Akteure rekurrieren in den Suppliken und Berichten auf ein spezifisches Set an Werten und Normen, mit denen sie versuchen, ihre Forderungen und Bitten durchzusetzen. Die Masterarbeit ist in zwei Teile gegliedert, einen Kontextteil und einem Analyseteil. Im ersten Hauptteil wird der Gang des Geschehens, wie er sich aus den Quellen rekonstruieren lässt, skizziert und kontextualisiert. Im Analyseteil wird das Supplikationsverfahren beschrieben und die Argumentationsstrategien der beteiligten Akteure einer genaueren Betrachtung unterzogen, dabei wird insbesondere auf die sozialnormativen und rechtsnormativen Argumente des Ehepaars Jäger und des Oppenheimer Stadtrats genau eingegangen. ^Im Anhang sind die dreizehn Suppliken des Ehepaars sowie die drei Berichte des Stadtrats in tabellarischer Form zusammengefasst und ermöglichen es, in Kombination mit dem Fließtext, eine bessere Übersicht über diese komplexe Thematik zu erhalten.

Zusammenfassung (Englisch)

This masters thesis deals with a specific form of communication among authorities and their subjects: supplications. Supplications contained numerous requests of legislative and administrative concern, for example requests of mercy, requests of granting privileges and support in emergencies. They enable access to the lifeworld of early modern people. Therefore, supplications became a major field of historical research in the last few decades. The present thesis emphasizes argumentation strategies of Valentin and Margaretha Jäger and the city council of Oppenheim, all key players in this supplication-process argued before the Aulic Council of Emperor Rudolf II, between the years 16021609. Methodologically this work relies on terms of a “Kulturgeschichte des Politischen”. By laying focus on social discourse and political practices, it allows understanding contemporary patterns of sway and reign. In casu the argumentations reveal a world of norms and values omnipresent of the 16th and early 17th century (e.g. honor). This masters thesis splits in two sections. Starting with an introduction containing re-narrating the events leading to initiate this supplication-process, by tracing back sources, this part follows the framework conditions and analyses dealing with the lifeworld of Valentin and Margaretha Jäger place their supplication process into a temporal context. The second part analyses arguments of the two opposing parties themselves and showing the different use of arguments and the respective argumentation strategies. Additionally, the appendix lists the thirteen supplications of the couple Jäger and the three reports of the city council in tabular form. Combined with the main text these schedules enable a quick and uncomplicated overview of this complex topic and allow to depict alterations in argumentative strategies in the best possible way.

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