Titelaufnahme

Titel
Der Vicus von Gleisdorf 1996 : Vorlage von Befunden und Funden : ein Vicus zwischen zwei Grenzen? : Fragen der Kontinuität und Diskontinuität / vorgelegt von David Schneeberger
Weitere Titel
The excavation in the roman "Vicus" Gleisdorf 1996
Verfasser/ VerfasserinSchneeberger, David Michael
Begutachter / BegutachterinLehner, Manfred
ErschienenGraz, 2016
Umfang318 Blatt, 46 Blatt Bildtafeln : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Karten, Diagramme
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-107765 Persistent Identifier (URN)
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Der Vicus von Gleisdorf 1996 [37.06 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Grabungskampagnen im kaiserzeitlichen Vicus von Gleisdorf in der Oststeiermark bildeten einen bedeutenden Ausgangspunkt für die Erforschung der provinzialrömischen kleinstädtischen Siedlungen der Region. Das zentrale Kernthema dieser Arbeit bildet dabei die Vorlage der bisher unpublizierten Funde und Befunde der Grabungskampagne 1996, die in der südöstlichen Peripherie des Vicus (Parzellen 164, 51/5; Grabungsleitung: G. Jeschek, M. Lehner) stattfand. Dabei konnten in den drei Schnitten Baureste der früheren (Ende 1. Jh. bzw. 1. Hälfte 2. Jh. u. Z.) Holzbau- (Balkengräben, Pfostenlöcher, Brandfleck) und der späteren (2. Hälfte 2. Jh., 3. Jh. u. Z.) Steinbauperiode (Mauerreste), aber auch eine starke neuzeitliche Nachnutzung und Überbauungstätigkeit festgestellt werden. Bei der Analyse des Fundmaterials zeigt sich primär ein Überwiegen der autochthonen Grobkeramik, die vermutlich großteils auch in Gleisdorf selbst hergestellt wurde, aber auch feine reduzierend und oxidierend gebrannte Ware, zwei Fibeln, vier Münzen, eine Glasrippenschale, ein Silexfragment und ein hoher Anteil von Importkeramik wie Terra Sigillata wurden zeichnerisch oder fotographisch dokumentiert, analysiert und in dieser Arbeit vorgelegt. Fragmente nordafrikanischer Sigillaten liefern einen weiteren Nachweis für das reduzierte Weiterbestehen der Siedlung in das 4. Jh. u. Z. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich auch mit einigen weiterführenden wissenschaftlichen Fragen (Kontinuität der Siedlung von der späteren Eisenzeit in die Kaiserzeit bzw. Kontinuität in das Frühmittelalter; verschiedene Theorien zum antiken Grenzverlauf zwischen Ostnoricum und Westpannonien und der damit verbundenen Frage der Lokalisierung von Gleisdorf in Noricum bzw. Pannonien). Einige kurze einführende Kapitel über die bisherige Forschungsgeschichte, die essentiellen Merkmale der „Siedlungsform“ Vicus und die topographische Situation liefern den nötigen Kontext für das Verständnis der Grabungskampagne 1996.

Zusammenfassung (Englisch)

The excavations in the roman Vicus Gleisdorf situated in upper styria served as an essential starting point for the investigation of roman provincial small town settlements in the region. The central subject of this master thesis is the publication of the findings and features, which were made during the excavation campaign in 1996 in the southeastern periphery of the settlement (Parz. 164, 51/5, conducted by G. Jeschek, M. Lehner). Several architectural remains of the earlier (1st, 2nd century AD) wood construction period (post holes, trenches for wooden beams, remains of burns) and the later (2nd, 3rd century AD) stone construction period (remains of walls) were documented, but a strong reuse of the site and building activity in the modern era is also present. Concerning the findings, the indigenous coarse ware which was largely fabricated in Gleisdorf is predominant, but also fine oxidised and deoxidised burnt ware, two fibulas, four coins, a glass bowl, a flint fragment, and a large amount of imported Samian Ware (Terra Sigillata) were graphically or photographically documented, analysed and presented. Several fragments of African Red Slip Ware provide another proof for the survival of the settlement at least till the 4th century AD, even though in a much smaller state. This master thesis also attempts to answer further significant scientific questions (continuity of the settlement from the late iron age till roman times till the Middle Ages; different theories about the course of the ancient border between eastern Noricum and western Pannonia and the related question, if the Vicus Gleisdorf was situated in Noricum or Pannonia). A short chapter about the history of research, the essential characteristics of the settlement form „Vicus“ and the topography of the region provide the necessary context to understand the significance of the excavation campaign in 1996.