Titelaufnahme

Titel
Rolle, Status und Selbstverständnis sikhistischer Frauen in Indien und Österreich / vorgelegt von Mag. Martina Rennhofer
Weitere Titel
Role, status and self-image of Sikh-women in India and Austria
Verfasser/ VerfasserinRennhofer, Martina
Begutachter / BegutachterinBechmann, Ulrike ; Aigner, Maria
ErschienenGraz, 2016
Umfang572 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Sikhismus / Frau / Geschlechterrolle
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-107746 Persistent Identifier (URN)
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Rolle, Status und Selbstverständnis sikhistischer Frauen in Indien und Österreich [5.02 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Mit rund 25-27 Millionen Anhängern ist der Sikhismus die derzeit dritt größte monotheistische Religion der Welt. Entstanden durch Guru Nanak 1496 zur Bekämpfung sozialer Missstände wie zB des in der indischen Gesellschaft vorherrschenden Kastensystems, setzt sich der Sikhismus insbesondere für die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe oder ihres Geschlechts sowie für die Einheit des gesamten Menschengeschlechts ein.Während die Situation vor allem für Frauen in Indien innerhalb des Islam und Hinduismus aufgrund frauenverachtender Traditionen wie Sati, Bride burning, Dowry death oder Honour killing zur damaligen Zeit besonders tragisch war, hob Guru Nanak durch die Lehre des Sikhismus den Status von Frauen und predigte die Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen Bereichen des Lebens. Ganz besonders setzt sich die sikhistische Lehre seither für die Eliminierung des Kastensystems ein.Diese Arbeit fokussiert die Frage nach der aktuellen Rolle, dem Status und dem Selbstverständnis sikhistischer Frauen in Indien sowie nach ihrer Migration nach Österreich. Durch Führung 'ethnographisch-episodischer Interviews' mit sikhistischen Frauen im Punjab, dem indischen Gründungsbundesstaat des Sikhismus, sowie mit in Österreich lebenden Sikh-Frauen und unter Anwendung der Methoden der 'aktiv teilnehmenden Beobachtung' sowie der 'dichten Beschreibung nach Geertz' und der 'Ethnographie' war es möglich, zu den in dieser Arbeit präsentierten Ergebnissen über das Selbstbild sikhistischer Frauen in Indien und Österreich zu gelangen.Während sikhistische Frauen in Indien vor allem während der gurusalen Periode eine Aufwertung ihres Geschlechts erfuhren, verloren sie diese nach dem Tod des zehnten Gurus, Gobind Singh, wieder und der Einfluss der patriarchal geprägten hinduistisch-muslimischen indischen Gesellschaft verstärkte sich erneut auch auf die sikhistische Region des Punjabs. Erst seit einigen Jahren lässt sich innerhalb des Sikhismus eine zunehmende Rückbesinnung auf die ursprüngliche Lehre der Gurus hinsichtlich der Gleichberechtigung von Mann und Frau konstatieren und sikhistische Frauen in Indien sind in vielen Bereichen des Lebens bereits gut etabliert.Für sikhistische Frauen in Österreich ist die Frage der Gleichberechtigung eng mit dem Zeitpunkt ihrer Migration nach Österreich verbunden. Während die Migration und Integration in Österreich für Frauen der ersten Migrationsgeneration sehr schwierig gewesen sei und sie ihre Rolle und ihr Selbstverständnis neu ordnen hätten müssen, sei dies für die junge Generation meist junge Mädchen, welche bereits in Österreich geboren oder in sehr jungen Jahren hierher migriert seien leichter gewesen und sie hätten hier nach eigenen Angaben mit keinen bzw. nur wenigen Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechts zu kämpfen.Doch obwohl Frauen im Sikhismus sowohl in Indien als auch Österreich in vielen Bereichen des Lebens bereits Gleichberechtigung erfahren würden, so ist diese für Frauen auch innerhalb des Sikhismus trotz ursprünglicher Lehre der Gurus noch nicht (wieder) völlig erreicht.

Zusammenfassung (Englisch)

Sikhism belongs to the world's major religions. With around 25-27 million followers Sikhism is the third biggest monotheistic religion in the world. Founded by Guru Nanak in 1496, near Lahore in Pakistan, Sikhism especially focuses on the equality of all human beings without any discrimination of people with regard to their sex, caste, origin, colour of skin or religion. While the situation for women within Islam and Hinduism was really difficult in India in those days, due to cruel traditions like Sati, bride burning, dowry death or honour killing, Guru Nanak improved the status of women and provided and preached equality for women in all fields of social, political, economic and religious life. Being himself a member of a trading-family of the Khatris-caste he denounced and disapproved of the Indian caste system, which is still although prohibited by law predominant within Indian society.This thesis puts a focus on the role, the status and especially on the self-defining position of Sikh women within the political, economic, educational, religious and social life in India as well as their selfimage after their migration and settlement in Austria. Due to taking 'ethnographic-episodical interviews' with Sikh women in Punjab, the Homeland of Sikhism, as well as with Sikh women in Austria, in combination with the method of 'active participating observation' as well as using the methods of 'ethnography' and 'deep description' of Geertz, it was possible to get useful results presented in this thesis.While in India gaining and enjoying a better status during the lifetime of the ten Gurus of Sikhism, women lost that status after the death of the tenth Guru, Gobind Singh in 1708 and again became suppressed within a male dominated society. Only in the last few decades has a change started again and Sikh women in India are facing and fighting for the resuscitation of their equality and they have already reached high levels in nearly all fields of life.For Sikh women in Austria the situation regarding equality equality between Sikh men and Sikh women as well as non-Sikh-Austrian-women is in many respects a matter of generation. While for the first generation of women migration to Austria was quite challenging and associated with a lot of disadvantages concerning their status, the younger generation young women, mainly born in Austria is (and will in future be) able to reach an equal status in their social, economic and religious life.But although Sikh women in India as well as in Austria have already reached high levels in many fields they still have to go a long way to reach equality (again).