Titelaufnahme

Titel
Die Nachtseite der Seele : romantisch-naturphilosophische Einflüsse im Werk C.G. Jungs im Kontext der Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts
Weitere Titel
The night side of the soul : influences from romanticism and natural philosophy in the work of C.G. Jung in the context of the history of ideas of the 19th century
Verfasser/ VerfasserinMoustafa, Doaa
Begutachter / BegutachterinGrabner-Haider, Anton ; Berger, Harald
ErschienenGraz, 2016
Umfang382 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Univ., Dissertation, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in deutscher und in englischer Sprache
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-107648 Persistent Identifier (URN)
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Die Nachtseite der Seele [2.36 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Nachtseite der Seele - Romantisch-naturphilosophische Einflüsse im Werk C.G. Jungs im Kontext der Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts (von Dooa Moustafa) Die vorliegende Arbeit untersucht die geistesgeschichtlichen Hintergründe der „Komplexen Psychologie“ des Schweizer Psychologen C.G. Jung. Sie zeigt zuerst, wie sehr dieser Psychologe von der Denkwelt der literarischen Romantik, sowie vom Denken der idealistischen Philosophie des 19. Jahrhunderts geprägt worden ist. Viele Anregungen holte er sich von den Lehren des E. von Hartmann über das Unbewusste, aber auch von den Naturphilosophen C.G Carus und G.H. von Schubert. Auch das Denken der Religionsphilosophen F.W. Schelling und R. Otto wurde von C.G. Jung rezipiert und eigenständig weitergedacht. Der Psychologe befasste sich auch mit Phänomenen des Somnabulismus und des Mesmerismus. Damit stand er dem Denken der rationalen Aufklärung und dem Positivismus sehr kritisch gegenüber. Doch mit diesem idealistischen Denkansatz trennt er sich vom Werk des S. Freud, der einem naturalistischen Denken anhing. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich genauer mit den Denkmodellen einiger Naturphilosophen des 19. Jahrhunderts. Denn C.G. Jung ging davon aus, dass Geist und Natur, Animus und Anima, der Einzelne und die Gesellschaft eine fundamentale Ur-Einheit bilden. Deswegen sprach er von der Androgynität des Lebens. In den Mythen und in den Riten der Religionen, aber vor allem in den Träumen sah er die „Nachtseite“ der menschlichen Seele dargestellt. Im Erleben des „Seelengrunds“ folgte er der Sprache der Mystiker (Meister Eckhart). Ebenfalls wird auf Erkenntnisse der modernen Gehirnforschung aufmerksam gemacht, die sich mit der Ausbildung der inneren Bilder im menschlichen Gehirn befassen (G. Hüther). Damit will die Arbeit zeigen, dass einzelne Denkkonzepte von C.G. Jung auch in der empirischen Forschung eine Relevanz besitzen.

Zusammenfassung (Englisch)

The night side of the soul Influences from romanticism and natural philosophy in the work of C.G. Jung in the context of the history of ideas of the 19th century (by Doaa Moustafa) The present work investigates the “roots” of the “Complex Psychology”, which was founded by the Swiss psychologist C.G. Jung, in the history of ideas. At first, the tremendous influence of the romantic Weltanschauung as well as of the notions which characterised the idealism of the 19th century exerted upon the Jung is shown. It is illustrated that he drew on the teachings of E. von Hartmann about the unconscious, but was also influenced by natural philosophers C.G Carus and G.H. von Schubert. Equally, Jung dealt with the teachings of philosophers of religion like F.W. Schelling and R. Otto and remodelled them according to this own Weltanschauung. Jung also dealt with phenomena like somnambulism and mesmerism. Hence, he took a critical stance towards the teachings of the rational Enlightenment and positivism. This rather idealistic approach led to a rupture with S. Freuds psychoanalysis, who took a naturalistic stance. The second part of the work at hand deals in detail with the approaches of some 19th century-natural philosophers. For C.G. Jung assumed that mind and nature, animus and anima, the individual and society constitute a basic original unity. Therefore, according to Jung, life is characterised by androgyny. In myths and in the rites of religion but first and foremost in dreams he saw evidences for the “night side” of the human soul. In the experience of the ground of the soul he followed the language of the mystics (Meister Eckhart). Furthermore, attention is drawn to the insights of modern brain research which deal with the creation of mental images in the human brain (G. Hüther). Thereby, the present work intents to show that some notions coined by C.G. Jung also have some relevance in empirical research.