Titelaufnahme

Titel
Meanings of a cleaned up space : negotiations of the urban order at the Sabarmati Riverfront, Ahmedabad / vorgelegt von Robin Klengel
Verfasser/ VerfasserinKlengel, Robin Paul
Begutachter / BegutachterinRolshoven, Johanna
ErschienenGraz, 2016
Umfang132 Blatt : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Karten
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-106929 Persistent Identifier (URN)
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Meanings of a cleaned up space [9.27 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die „Sabarmati Riverfront ist ein umstrittenes urbanistisches Großprojekt in der westindischen Metropole Ahmedabad. Es umfasst u.a. die Umsiedlung von vermutlich mehr als 50.000 SlumbewohnerInnen, eine Verkleinerung des Flussbetts und die Schaffung eines neuen Stadtteils. Auffällig an den neu errichteten, großteils öffentlichen Räumen (Parks, Promenaden, etc.) rund um den Fluss ist ihre Andersartigkeit im Vergleich zum umliegenden Stadtraum: bewacht von Sicherheitskräften und ostentativ von Müll und ,unerwünschten’ Nutzergruppen frei gehalten, repräsentieren sie urbanistische Heterotopien und die Verwirklichung einer spezifischen Ordnungsvision. Im Sinne einer raumzentrierten Kulturanalyse basierend auf Johanna Rolshovens triadischen Raummodell fragt diese Arbeit jedoch nicht nur nach dem konkreten Ort, seinen Funktionsweisen, Atmosphären, Rhythmen, Bedeutungen und Repräsentationen, sondern auch nach dem ge- und erlebten Raum der Alltagsakteur_innen, die die neuen Promenaden und Parks frequentieren. Denn bemerkenswert ist, dass sich trotz des ordnungsfokussierten Settings zahlreiche Praxen feststellen lassen, die den weitläufigen Raum auf eigenwillige und mitunter widerständige Art und Weise nutzen. So wurde die Sabarmati Riverfront zu einem „Ort der Freiheit“ für zahlreiche junge Menschen aus der urbanen Mittelschicht, zu einem öffentlich umstrittenen „Lovers-Hotspot“, an dem sich unverheiratete Paare treffen, und tragischerweise zu einem Ort, an dem sehr viele Selbstmorde passieren. Es kann festgehalten werden, dass verschiedene Nutzergruppen Wege finden, diesen Raum trotz seiner formalen Reguliertheit für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Diese Arbeit versteht all diese Strategien und Taktiken als Teil eines komplexen, vielschichtigen Prozesses, durch den die urbane Ordnung dieses ‚aufgeräumten’ Ortes ausverhandelt wird. Der Text ist mit zahlreichen Zeichnungen des Autors ergänzt.

Zusammenfassung (Englisch)

The “Sabarmati Riverfront” is a controversial urban development project in the West Indian metropolis Ahmedabad. It involves the resettlement of at least 50.000 slum-dwellers, the narrowing of the riverbed and the creation of a new district in the city centre. The newly-constructed public spaces (parks, promenades, etc.) are of a conspicuously different character than their surrounding urban space. Constantly controlled by security guards, ostentatiously cleaned up and kept free from ‘undesired groups, I argue that these segregated spaces represent urbanistic heterotopias and the realisation of a very specific vision of order in the public realm. Employing a space-centred cultural analysis based on Johanna Rolshovens triadic model of space this thesis investigates not only the concrete place, its functionality, atmosphere, rhythm, meanings and representations, but also the lived and experienced space it became in the everyday life of those actors who frequent it on a daily basis. It is remarkable that, despite the rigidity of the setting, a range of idiosyncratic and conflicting practices can be observed at the Riverfront. Different groups of individuals are finding ways of making use of this space, regardless of formal regulations. For instance, it has become a “place of freedom” particularly for young, middle-class people; a meeting point for unmarried couples as well as the subject of a public controversy about intimacy in the public space, and tragically a popular site for suicides. This thesis interprets strategies and tactics as part of a complex and multi-layered process: the negotiation of the urban order within this cleaned up space. The thesis is supplemented with a number of drawings by the author.