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Title
„Ich würde einem Landsmann oder einer Landsfrau ganz einfach mehr vertrauen!“ : eine Untersuchung zur Wirkung des fremdsprachlichen Akzents beim Verhandlungsdolmetschen / vorgelegt von Evelyn Sturl, BA
Additional Titles
„It's just that I'd rather trust a compatriot!“ : a study to examine how foreign accent affects liaison interpreting
AuthorSturl, Evelyn
CensorGrbić, Nadja
PublishedGraz, 2016
Description142 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
Institutional NoteKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (GND)Wirtschaft / Verhandlung / Dolmetscher / Non-native speaker / Vertrauen
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-105136 Persistent Identifier (URN)
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„Ich würde einem Landsmann oder einer Landsfrau ganz einfach mehr vertrauen!“ [1.63 mb]
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Abstract (German)

Diese Masterarbeit geht der Frage nach, inwiefern der fremdsprachliche Akzent einer Dolmetscherin in einer bilateralen Geschäftsverhandlung von DolmetschrezipientInnen wahrgenommen wird und ob er sich auf deren Vertrauen zur Dolmetscherin auswirkt. Diese Frage wurde mittels einer empirischen Studie untersucht: Zwei RezipientInnengruppen wurden je zwei deutsch-italienische Verhandlungsdolmetschungen auf Video vorgeführt. In Video 1 dolmetschte eine österreichische Dolmetscherin, in Video 2 war die Dolmetscherin Italienerin mit fremdsprachlichem Akzent im Deutschen. Die Wirkung des jeweiligen Akzents wurde nach der Videovorführung in Fokusgruppeninterviews eruiert. Gruppe 1 bestand aus österreichischen Studierenden des Masterstudiengangs Dolmetschen, Gruppe 2 aus österreichischen Wirtschaftstätigen. Die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewerteten Daten zeigen, dass die Dolmetscherinnen unterschiedlich wahrgenommen wurden, dass sich diese Differenz jedoch nicht auf eine rein sprachliche Ebene beschränkte. Beide RezipientInnengruppen schenkten der österreichischen Dolmetscherin mehr Vertrauen, wobei die Studierenden der italienischen Dolmetscherin weniger vertrauten als die Wirtschaftstätigen. Aus den Aussagen der Befragten kann geschlossen werden, dass ihre Wahrnehmungs- und Denkmuster der „Theorie der sozialen Identität“ entsprechen, wonach Menschen unveränderlichen, voneinander abgegrenzten sozialen Gruppen zugeordnet werden. Lediglich in den Äußerungen einer Versuchsperson der Wirtschaftsgruppe spiegelte sich eine Denkweise gemäß der „Theorie des Multiple Belonging“ wider, wonach Gruppenzugehörigkeiten dynamischen Prozessen unterliegen und einander nicht ausschließen. Die Dolmetschstudierenden achteten stärker auf sprachliche Belange und somit auf Akzente, während die Wirtschaftstätigen vorwiegend Kosten-Nutzen-Aspekte diskutierten. Als VerkäuferInnen würden sie die Italienerin bevorzugen, um so den italienischen GeschäftspartnerInnen entgegenzukommen.

Abstract (English)

This master thesis expounds on the question in what way recipients perceive the interpreters foreign accent in a bilateral business negotiation and if this foreign accent has an impact on their trust towards the interpreter. To answer this question an empirical study has been carried out: Two groups of recipients watched two filmed German-Italian liaison interpreting situations. In Video 1 the interpreter was Austrian, Video 2 featured an Italian interpreter whose German was characterized by a foreign accent. After having watched the videos the effect of the accent was inquired within focus group interviews. Group 1 consisted of Austrian students enrolled in the MA programme in Interpreting Studies, Group 2 consisted of Austrian business sector representatives. The data analysed by the use of the qualitative content analysis shows that the interpreters were perceived differently. However, this difference was not limited to a merely linguistic level. Both groups had more trust in the Austrian interpreter. The comparison of the two groups shows that the students had less trust in the Italian interpreter than the business sector representatives. The interviewees statements suggest that that their pattern of perception and thinking corresponds to the “Social identity theory” according to which individuals are allocated to stable, mutually marked-off social groups. The remarks of just one subject of the business group reflected a way of thinking corresponding to the “Multiple belonging theory” according to which group memberships underlie dynamic processes and are not mutually exclusive. The interpreting students paid more attention to linguistic issues and therefore to accents while the business sector representatives largely discussed aspects in terms of cost and benefit. Being salesmen they would prefer the Italian interpreter for the purpose of accommodating the Italian business partners.

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