Titelaufnahme

Titel
Rentenreform 2001 in Deutschland : Fallstudie einer neoliberalen Reform / Patrick Mellacher
Weitere Titel
German pension reform 2001 as a case study of a neoliberal reform
Verfasser/ VerfasserinMellacher, Patrick
Begutachter / BegutachterinSturn, Richard
ErschienenGraz, 2016
Umfang94 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Diagramme
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Deutschland / Rentenreform / Geschichte 2001
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-103927 Persistent Identifier (URN)
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Rentenreform 2001 in Deutschland [2.35 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der vorliegenden Arbeit werden die Diskussionen rund um die deutsche Rentenreform im Jahr 2001, ihre Umsetzung und ihre Auswirkungen analysiert und diskutiert. Die Reform brachte neben einer Kürzung des Rentenniveaus auch eine staatlich subventionierte private Pensionsvorsorge, die sogenannte „Riester-Rente“.Die übergeordnete Fragestellung ist dabei, wie viel ökonomische Notwendigkeit und wie viel neo- bzw. marktliberale Ideologie in der Reform steckte. Um die Fragestellung besser beantworten zu können, werden in der Einleitung sechs Thesen über den Neoliberalismus präsentiert. Mit der Hilfe von ökonomischen Modellen und einer empirischen Untersuchung einerseits und einer Analyse der Kommunikationsstrategie der Kanzlerpartei SPD andererseits werden eine Reihe von Indizien gesammelt, die darauf hinweisen, dass die Reform eine starke ideologische Komponente aufweist.Zwar gilt es als unumstritten, dass das deutsche Rentenversicherungssystem im Vorfeld der Reform vor einer Reihe von Herausforderungen stand. In der Diskussion wurde dabei insbesondere eine drohende Überlastung der jüngeren Generationen problematisiert. Da man aber gleichzeitig die Lohnnebenkosten als Beschäftigungshindernis ansah, wurden die Unternehmen nicht unmittelbar an der Finanzierung der privaten Zusatzvorsorge beteiligt, weshalb die Gesamtkosten der arbeitenden Generationen sogar stiegen. Entgegen der Erwartungen weisen die Riester-Verträge zudem im Durchschnitt eine niedrige Rendite auf, was zum Teil auf das Design der Riester-Rente zurückgeführt werden kann, in dem das Prinzip der „Eigenverantwortung“ eine große Rolle spielt. Wie in der Arbeit gezeigt wird, ist es aus diesen Gründen schwierig überhaupt Versicherte zu finden, die von der Reform profitierten. Sicher gewonnen haben allerdings Unternehmen im Allgemeinen (durch die Begrenzung der Lohnnebenkosten) und die Finanz- und Versicherungsbranche im Besonderen (durch die hohen Kosten der Riester-Verträge).

Zusammenfassung (Englisch)

The main focus of this thesis is to find out if and to what degree neoliberal ideology influenced the design of the German pension reform 2001. The reform led on the one hand to a cut in the pension levels and on the other hand to the introduction of state-subsidised private pension schemes. To separate economic necessity and neoliberal ideology, the discussions about the reform, its implementation and its effects are analysed using economic models and empirics. Furthermore, statements from the SPD and their officials about the (then planned) reform are analysed to search for the emergence of neoliberal concepts in the party. To better answer the research question, six theses about neoliberalism are presented in the beginning to be tested later on. Throughout the thesis a lot of evidence is collected that hints to a large ideological influence on the design of the reform.It is undisputed that the German pension system faced a lot of challenges prior to the reform. In the discussions an imminent rise in the costs of the younger generations played a huge role. Because the non-wage labour costs were seen as an obstacle to higher employment, however, the employers were not required to contribute directly to the new private pension schemes. This led to a situation where the working generations had to face even larger costs for their pension insurance in total after the reform than before. Furthermore, the average returns on the private pension schemes were and are very small, which can be traced back partly to the design of the reform in which the principle of “individual responsibility” played a huge role.As it is shown in the thesis, it is therefore hard to find workers who benefit from the reform. Winners, however, were companies in general (because of the limitation of non-wage labour costs) and the finance and insurance industry in particular (because of the high costs of the new pension schemes).