Titelaufnahme

Titel
Spracheinstellungen zu Varianten des Deutschen am Theater : am Beispiel der Freien Theaterszene Graz / vorgelegt von Nora Köhler
Weitere Titel
Language attitudes towards different varieties of German at the theatre : using the off-theatre scene in Graz as an example
Verfasser/ VerfasserinKöhler, Nora
Begutachter / BegutachterinVollmann, Ralf
ErschienenGraz, 2016
Umfang117 Blatt : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-103716 Persistent Identifier (URN)
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Spracheinstellungen zu Varianten des Deutschen am Theater [1.41 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschaftigt sich mit der Einstellung von Regisseuren und Regisseurinnen der Freien Theaterszene Graz zu verschiedenen Varietaten der deutschen Sprache. In der theoretischen Verortung wird dazu auf die linguistische Situation des Deutschen als plurizentrische Sprache eingegangen. Anschließend werden die speziellen Gegebenheiten von Sprache im Theater behandelt und die Freie Theaterszene Graz vorgestellt. In der empirischen Erhebung werden drei Regisseure und eine Regisseurin in offenen Interviews zu ihren Einstellungen zu verschiedenen Varietaten im Allgemeinen und zu der Verwendung und Empfindung dieser im Theater befragt. In der Analyse zeigt sich, dass sich die Ergebnisse weitgehend mit denen von anderen Spracheinstellungsuntersuchungen decken. Dialekt wird mit positiv konnotierten Adjektiven wie sympathisch, emotional oder naturlich beschrieben, allerdings auch mit niedrigerem sozialen Status assoziiert und daher im Theater eher tendenziell fur Tiefstatusrollen eingesetzt. Ein wichtiger Aspekt, der sich besonders in Bezug auf verschiedene Sprechweisen im Theater zeigt, ist die Authentizitat. Je naher die Sprache, die ein Schauspieler oder eine Schauspielerin auf der Buhne verwendet, an der ist, die auch den alltaglichen Sprachgebrauch bestimmt, desto authentischer wird sie empfunden und desto positiver wird sie bewertet. Da in Osterreich der Sprachalltag großtenteils von dialektalen Varietaten gepragt ist, werden Standardsprache und vor allem Buhnendeutsch von den Regisseuren und der Regisseurin eher negativ bewertet. Außerdem ergibt sich aus den Interviews, dass auch in der Theaterszene eine sprachliche Orientierung am norddeutschen Raum herrscht, die wie in Clynes Modell der asymmetrischen Plurizentrizitat einen Nachteil fur die nicht dominante, osterreichische Varietat mit sich bringt.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of this study is to investigate and identify the attitudes of directors of the off-theatre scene in Graz towards different varieties of the German language. In the theoretical part, the linguistic situation of German as a pluricentric language is presented. Following that, the special circumstances of language in theatre are illustrated and an overview on the off-theatre scene of Graz is given. For the empirical survey, four open interviews with directors were conducted to investigate their attitudes towards different varieties of German in general as well as to find out how they perceive different varieties in plays and how they apply them in their work. The results most closely correspond with the outcomes of other studies of this field. Dialect is described with adjectives like natural, emotional or likeable, which are positive connoted in social terms. At the same time, dialectal varieties are associated with lower status and therefore in plays more likely used for stage roles with lower status. Furthermore, the results show that authenticity is a very important aspect when it comes to the usage and the perception of different varieties. The closer a variety is to the one which the speaker is using in his ordinary language use, the more authentic and therefore the more favourable it is judged by the directors. Standard language and especially stage-language is seen far from the normal variety of Austrian actors and thus evaluated rather negatively. Moreover, the results show that also in the theatre scene language is oriented towards the variety of North Germany. As Clyne shows in his model of asymmetric pluricentricity, this causes a disadvantage for speakers of the Austrian variety.