Titelaufnahme

Titel
Sic notus Ulixes? : die Figur des homerischen Odysseus bei Vergil und Horaz / vorgelegt von Katrin Neumair
Weitere Titel
Sic notus Ulixes? : the character of Homeric Ulysses in Virgil and Horace
Verfasser/ VerfasserinNeumair, Katrin
Begutachter / BegutachterinRatkowitsch, Christine
ErschienenGraz, 2016
Umfang140 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterVergilius Maro, Publius / Horatius Flaccus, Quintus / Odysseus <Fiktive Gestalt>
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-103135 Persistent Identifier (URN)
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Sic notus Ulixes? [1.71 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des griechischen Heros Odysseus in den lateinischen Werken Vergils und Horazens. Es wird gezeigt, wie die beiden augusteischen Autoren die ambivalente Figur in ihren Werken in Erscheinung treten lassen, besonders im Vergleich zu Homer, Odysseus literarischem Schöpfer. Zu Beginn wird die homerische Charakterisierung des Griechen dargelegt und auf ihre Ursachen untersucht. Zur Odysseus-Figur bei Vergil und Horaz wird zunächst ein Überblick über die moderne Forschungsliteratur geboten. Nach eingehender Beschreibung der Figurenzeichnungen erfolgt eine inter- und intratextuelle Untersuchung der Beweggründe für die jeweilige Charakterisierung. Die Synkrisis der Autoren zeigt, dass sowohl Vergil als auch Horaz Odysseus zur Illustration ihrer Weltanschauungen bzw. zur Verstärkung der intendierten Aussagen ihrer Werke instrumentalisieren und somit die Manipulierbarkeit von Mythos thematisieren: Vergil zeichnet den Griechen in der Aeneis durch die unterschiedlichen Perspektiven der Figuren, die sich auf der Handlungsebenen über ihn äußern und unterschiedliche Zwecke verfolgen, ambivalent: einerseits explizit negativ, andererseits panegyrisch überhöht. In Summe wird jedoch von Aeneas ein objektives, gemäßigtes Urteil über den Griechen gefällt, was das von Vergil vertretene polyphone Welt- und Menschenbild widerspiegelt. Horaz instrumentalisiert den Griechen in seiner Satire 2, 5 zugunsten des satirischen Effekts als habgierigen Schmeichler und Gegenentwurf eines stoisch-kynischen Helden. In seiner philosophischen Epistel 1, 2 hingegen legt er ihn als zweifellos positives Beispiel eines stoischen Mannes, der es versteht, richtig zu leben, vor. Horazens Polemik wie Panegyrik generieren, wie bei Vergil, in Summe ein moderates Odysseus-Bild, das die Manipulierbarkeit der Figur entblößt und kritisch hinterfragt.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the characterisation of the Greek hero Ulysses in the Latin works of Virgil and Horace. It will be discussed how the ambivalent heros character is shaped in the texts of these Augustan poets, especially in comparison to Homer, Ulysses literary creator. At the beginning, a summary and examination of Ulysses authoritative Homeric characterisation will be presented. As for the character in Virgil and Horace, a survey of modern research literature will be offered first. A detailed description of the different depictions will then be followed by an inter- and intratextual analysis of the authors motives for their respective ways of referring to Ulysses. It will be shown that the Greeks character is determined by both Vergils and Horaces ideologies and intended messages of their works. They thus address the issue of myth being manipulated in order to serve a certain purpose. Virgil makes Ulysses appear in a very contradictory way through different figural perspectives on the narrative level: On the one hand, the Greek assumes the role of a clearly repulsive character, and on the other hand, he is referred to as a laudable leader. Taken as a whole, however, Aeneas provides an objective and moderate assessment of the Greek enemy, which is reflective of Virgils polyphonic idea of the world and humanity. In the legacy-hunter satire 2, 5, Horace draws a negative picture of Ulysses as greedy flatterer and counter-image of the stoic-cynic hero and thus exploits him in favour of the works satirical effect. In the philosophical epistle 1, 2, in contrast, Ulysses is deployed as unambiguously positive and exemplary Stoic. Altogether, Horaces polemical as well as panegyrical uses of Ulysses generate a moderate picture of the Greek resembling the one in the Aeneid, exposing and critically reflecting on myths susceptibility to manipulation.