Titelaufnahme

Titel
Dialekt und die literarische Darstellung von Fremden vor 1800 : Untersuchungen zum Verhältnis zwischen Eigenem und Fremdem / vorgelegt von Elisabeth ehetner
Weitere Titel
Dialect and foreigners in literature before 1800 : a study on relations between the own and the other
Verfasser/ VerfasserinZehetner, Elisabeth
Begutachter / BegutachterinNeuhuber, Christian
ErschienenGraz, 2016
Umfang131 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-102971 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Dialekt und die literarische Darstellung von Fremden vor 1800 [2.19 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Was geschieht, wenn Dialekt nicht zur literarischen Darstellung der Sprache der heimischen Bevölkerung verwendet wird, sondern zur Charakterisierung von Fremden? Welche Formen, Motive und literarischen Funktionen lassen sich in diesem Zusammenhang ausmachen? Diese Fragen wurden im Rahmen der vorliegenden Arbeit an rund 20 Texte aus dem bairisch-österreichischen Raum der Zeit vor 1800 gerichtet. Der analytische Rahmen bezieht sich dabei einerseits auf historische Entwicklungen und ästhetische Möglichkeiten von Dialektliteratur; andererseits auf Aspekte literarischer Darstellung von Fremden unter Bezug auf ein relationales Konzept von Fremdheit, das Fremdes stets in Bezug auf das Eigene versteht. Die Textanalysen zeigen drei Bereiche, in die literarische Entwürfe von Fremden im dialektalen Kontext fallen können: Sie können erstens als Typen auftreten, bei denen die Herkunft, das auffällige Erscheinungsbild und vor allem ihre kuriose Sprache im Zentrum der Darstellung stehen. Dialektale Formen finden sich in diesen Fällen häufig als Reflex einer mündlichen Alltagskultur. Zweitens können Fremde als literarische Figur zur dezidierten Gegenüberstellung und Abgrenzung genutzt werden, wobei Verhandlungen über das Eigene in den Fokus rücken: Was macht das Eigene aus, wo liegen seine Grenzen? Die Rolle des Fremden kann dabei negativer Gegenpol sein insbesondere als unzivilisierter 'Wilder' , aber auch zur Kritik am Eigenen herangezogen und positiv besetzt werden. Dialekt kann diese Grenzziehung verstärken, indem er als Soziolekt die Fremden als Angehörige der Unterschicht kennzeichnet. In einen dritten Bereich fallen Texte, in denen Fremde im Eigenen aufgenommen werden insbesondere etwa in politischen Kontexten, in denen Fremde als treue Untertanen dargestellt werden, die Österreich loben. Hier steht das Verbindende im Vordergrund, wobei Dialekt als Markierung eines gemeinsamen 'Hier bei uns' dienen kann.

Zusammenfassung (Englisch)

The use of dialect in literary texts is not always limited to the characterization of natives, but can also appear in the depiction of foreigners. This thesis takes a closer look at this subject, asking where this particular combination can be found, and what topics, traditions and aesthetic functions are linked to it. The study bases on a corpus of texts from the area of Austria and Bavaria before 1800 and takes a detailed look at about 20 texts. The first part of this thesis outlines the theoretical and analytical framework. On the one hand, it refers to the history and to the literary and aesthetic range of dialect literature. On the other hand, it covers concepts of the own and the other, drawing especially on a relational understanding of the foreign.The results show three areas of literary depictions of foreigners in dialectal contexts: Firstly, the figures can appear as stereotyped characters. In this case, their foreign descent, their particular appearance and, first and foremost, their odd use of language is crucial. The use of dialect in these texts mostly refers to notions of everyday life and oral culture. Secondly, the figures can be used to illustrate a contrast between the own and the other, highlighting negotiations about the own, its key properties and boundaries. Foreigners in this context can serve as negative counterparts, particularly as 'savages', but also as positive models, thus supporting criticism against the own. Dialect can even reinforce these boundaries if it is used as a sociolect to qualify foreigners as members of lower social classes. Thirdly, foreigners can appear as part of the own. This concerns mainly texts with political or propagandistic intention: Foreigners may be depicted as loyal subjects of the Hapsburg Empire, praising Austria. In these texts, boundaries between the own and the other can become less important or be revoked, and dialect can be used as an instrument to indicate a common 'we' and 'here'.