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Title
"Müssen oder Dürfen"? : Die Arbeitssituation von Pflegefachkräften 50+ in der Langzeitpflege im Salzburger Flachgau / Anneliese Flasch, MSc
Additional Titles
"May or Must?"
AuthorFlasch, Anneliese
CensorMaierhofer, Roberta
PublishedGraz, 2016
Description109 Blätter : Diagramme
Institutional NoteKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Annotation
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-102581 Persistent Identifier (URN)
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 The work is publicly available
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"Müssen oder Dürfen"? [1 mb]
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Abstract (German)

Prognosen zur demografischen Entwicklung in Europa sagen voraus, dass der Anteil der erwerbsfähigen Menschen in den nächsten zwanzig Jahren schneller schrumpfen wird als die Gesamtbevölkerung. Auch in den österreichischen Pflegeinstitutionen wird sich diese Entwicklung bemerkbar machen, wobei bereits im Jahr 2020 mit einem ungedeckten Bedarf an Pflegekräften in der Höhe von zehn Prozent für das Bundesland Salzburg gerechnet wird. Neben der steigenden Nachfrage nach Pflegedienstleistungen durch die stetig älter werdende Bevölkerung wird dafür auch der verstärkte Personalabgang durch (frühzeitige) Pensio-nierungen von Pflegekräften verantwortlich gemacht. Darüber hinaus hat diese Berufssparte mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, die mit unattraktiven Arbeitsbedingungen, wie schlechter Entlohnung, unregelmäßigen Dienstzeiten und hohen Belastungen durch schwere körperliche Arbeit sowie psychischem Druck im Umgang mit den oft multimorbid erkrankten KlientInnen, zusammenhängen. Rahmenbedingungen zu schaffen, die es älteren Pflegekräften erlauben, ihren Beruf tatsäch-lich bis zu ihrem gesetzlichen Pensionsantrittsalter auszuüben, wäre ein wichtiger Hebel, um einem drohenden Personalengpass entgegenzuwirken. Mithilfe einer qualitativen Inter-viewstudie erhebt die vorliegende Untersuchung die Voraussetzungen, die dafür nötig wären. Sieben Pflegefachkräfte, die im Salzburger Flachgau in der Langzeitpflege tätig sind und ihr 50. Lebensjahr bereits überschritten haben, geben Auskunft über die Herausforderungen ihres Berufsalltages. Dazu werden anhand semistrukturierter Interviews explorativ ihre subjektiven Arbeitserfahrungen, ihre Bewältigungsstrategien im belastenden Pflegealltag sowie ihre Wünsche zur Verbesserung der Arbeitssituation erfragt. Als generelle Herausforderungen haben sich das anspruchsvolle Beziehungsmanagement, der Zeitdruck und die mangelnde monetäre wie auch gesellschaftliche Anerkennung ihrer Arbeit herauskristallisiert. Die Stärken älterer Pflegekräfte liegen in ihrer Kompetenz bei der Bewältigung kritischer Situationen, im sicheren Umgang mit seltenen Krankheitsbildern sowie in der Weitergabe ihres Wissens an jüngere KollegInnen. Ihre Schwäche zeigt sich in der Angst vor strukturellen Veränderungen. Für die ArbeitnehmerInnen 50+ gibt es zu wenig Angebot an Prävention und Gesundheitsförderung als Kompensation für die psychischen und physischen Belastungen, die der Pflegeberuf mit sich bringt. Hier muss neben etlichen ergänzenden Faktoren bei der Weiterentwicklung des Berufsfeldes angesetzt werden.

Abstract (English)

The prognosis for those of working age in Europe is very clear. Within the next twenty years, the percentage of people in the work force will decrease faster than Europe's total population. This process will also have an effect on Austrian care institutions. By 2020, the estimates are of a 10% shortage of nurses in Salzburg. The reasons for a growing demand of care service staff are on the one hand a trend of early retirement in the care services, and on the other a growing number of people living longer. Furthermore, care services have had recruitment problems. This is due to unattractive working conditions, poor salaries, and irregular working hours due to shifts. In addition, heavy physical and psychic strain often part of caring for multimorbid patients is also a deterrent for care service jobs. Addressing these key concerns could lead to a decrease of early retirements. A quality interview analysis based on seven nursing care staff reveals the challenges of everyday care giving, and suggests the necessary steps to be taken. The interviewed were active long term carers in Flachgau, and all of them were older than 50 years of age. Using a semi-structural interview approach, the interviewees were asked about their everyday experience. The outcome of the interviews revealed the main challenges in care: time pressure, relationship time management, low salaries, and low social esteem. In this study, staff members proved their competence in handling critical situations, evaluating unusual clinical pictures, and in passing their knowledge on to younger colleagues, but also their fear of structural change. In order to compensate the physical and psychological pressures and change the current situation, these concerns of care givers 50+ have to be considered and the employment situation in the care services needs to be improved.