Titelaufnahme

Titel
The supernatural in detective fiction / vorgelegt von Jana Siranko
Verfasser/ VerfasserinSiranko, Jana
Begutachter / BegutachterinWolf, Werner
ErschienenGraz, 2016
Umfang86 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Diagramme
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassugen in Deutsch und Englisch
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-102305 Persistent Identifier (URN)
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The supernatural in detective fiction [1.29 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Masterarbeit erforscht das Eindringen des Übernatürlichen als des Anderen der westlichen, wissenschaftlich begründeten Episteme in die Detektivgeschichte, also in ein Genre, in dessen Mittelpunkt üblicherweise der Detektiv und seine Lösung des Rätsels durch wissenschaftlich-rationale Analyse steht. Den Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten „Spielregeln“ nach muss im klassischen Detektivgenre das Rätsel unbedingt eine rationale Erklärung haben, übernatürliche Kräfte dürfen nicht mitwirken. Das Übernatürliche dient demnach lediglich als ein Ablenkungsmanöver, eine Illusion, die vom Detektiv aufgelöst werden muss. Und doch kommt seit dem 19. Jahrhundert das Übernatürliche immer wieder in der Detektivgeschichte vor, und die Zahl der Detektivgeschichten, die das Übernatürliche beinhalten, ist in den letzten Jahrzehnten bedeutend gestiegen.Die Masterarbeit erläutert kurz das Übernatürliche sowie die enge Verbindung zwischen Detektivgeschichte und Gothic Fiction, und verfolgt die Geschichte des Eindringens des Übernatürlichen ins Detektivgenre. Basierend auf den Theorien der Populärliteratur von Cawelti und Hoppenstand, Brunners Analyse von Detektivgeschichten als epistemologischen Allegorien und Todorovs Theorie des Fantastischen, folgen im Anschluss daran die Analysen dreier Detektivromane, die das Übernatürliche auf drei verschiedene Arten darstellen als Illusion (Agatha Christie, The Pale Horse), als Tatsache (Ben Aaronovich, The Rivers of London) und als ontologisch nicht determinierbar (Tony Hillerman, The Blessing Way). Näherhin werden untersucht a) die Charakteristiken und Aspekte des Übernatürlichen, und b) die Darstellungen der Detektive und ihrer Auseinandersetzung mit dem Übernatürlichen. Dadurch wird die implizite Weltsicht und die Funktionen des Übernatürlichen in dem jeweiligen (Typ von) Detektivroman beschreibbar, und es kann somit nachvollzogen werden, wie Detektivgeschichten, in denen das Übernatürliche vorkommt, zeitgenössische Weltsichten reflektieren.

Zusammenfassung (Englisch)

The master's thesis examines the way the supernatural as the irrational Other of scientifically-grounded Western philosophy enters detective fiction, a genre which traditionally centres on a detective solving a mystery through scientific-rational analysis and thus arriving at the ultimate truth.The ‘rules of the game of classical detective fiction proposed by early 20th-century authors and critics state that the mystery must have a rational solution and that no supernatural agency may be involved; the supernatural thus serves only as a red herring, an illusion to be dismantled by the detective. And yet, since the 19th century the supernatural has entered the genre of detective fiction in a variety of ways, with the number of detective stories featuring the supernatural rising significantly in recent decades.The thesis briefly explores the supernatural, examines the close connection between detective fiction and the tradition of Gothic fiction, and traces the intrusions of the supernatural into the detective fiction genre. Then, drawing on Cawelti's and Hoppenstand's theories of popular formula fiction, Brunner's analysis of detective stories as epistemological allegories (where the detective stands for the ideal intellect most suited to gain knowledge of the truth) as well as Todorov's theory of the fantastic, three detective novels featuring the supernatural in three distinct ways as either illusion (Agatha Christie's Pale Horse), fact (Ben Aaronovitch's The Rivers of London) or ontologically undeterminable (Tony Hillerman's The Blessing Way) are analysed in terms of: a) the characteristics and aspects of the supernatural and b) the detectives and their methods of approaching the supernatural. Thus, the implied worldview and the functions of the supernatural in each (type of) detective story are determined and the ways in which detective stories featuring the supernatural reflect contemporary cultural worldviews and practices analysed.