Titelaufnahme

Titel
Vertikale Preisbindungen im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel in der Praxis der Bundeswettbewerbsbehörde / von Catharina E. Schwarz
Weitere Titel
Vertical price fixing in the Austrian food retail industry in the practice of the Federal Competition Authority
Verfasser/ VerfasserinSchwarz, Catharina
Begutachter / BegutachterinBorić, Tomislav
ErschienenGraz, April 2016
UmfangVI, 110 Blätter : Zusammenfassung (1 Blatt)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Preisbindung / Kartellrecht / Lebensmitteleinzelhandel
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-102223 Persistent Identifier (URN)
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Vertikale Preisbindungen im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel in der Praxis der Bundeswettbewerbsbehörde [0.95 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die österreichische Lebensmittelindustrie liegt seit Jahren stark im Fokus der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). Die überdurchschnittlich hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel (LEH), in dem sich drei Händler aktuell 85% des Marktes teilen, begünstigt kartellrechtlich verbotene vertikale Preisabsprachen und kann potentiell für Lebensmittelhersteller und -lieferanten zu schwierigen Marktbedingungen führen und nicht zuletzt auch Nachteile für Endkonsumenten bringen. In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Grundlagen des Kartellverbots nach Art 101 AEUV und § 1 KartG erläutert und auch die Voraussetzungen für Gruppen- und Einzelfreistellungen erklärt. Da es sich bei vertikalen Preisbindungen um sogenannte Kernbeschränkungen oder Hardcore-Restrictions der Vertikal-Gruppenfreistellungsverordnung handelt, ziehen sie mit großer Wahrscheinlichkeit negative Konsequenzen für den Markt nach sich auch diese werden diskutiert. Die verschiedenen Ausprägungen von Absprachen, die unter diese Kartellform fallen, werden aufgezählt und definiert.Danach werden die geschichtliche Entwicklung der Kartellrechtsdurchsetzung in Österreich und die Befugnisse und Ermittlungstätigkeiten der BWB im LEH dargestellt. In der Praxis der Wettbewerbsbehörde zeigte sich, dass Ermittlungen in der hoch konzentrierten Lebensmittelindustrie zu Problemen führen: die Marktteilnehmer waren anfangs wenig kooperativ, da aufgrund der großen Nachfragemacht der Lebensmitteleinzelhändler große Angst vor negativen Folgen von belastenden Aussagen bestand. Durch verstärkte Anwendung von Hausdurchsuchungen, Kronzeugenregelungen und einvernehmliche Verfahrensbeendigungen durch Einigung mit den Kartellanten konnten aber immer mehr Erfolge verbucht werden, und die BWB hat sich als ernstzunehmende Behörde etabliert nicht zuletzt durch die wegweisende Entscheidung des Kartellobergerichts im Fall BWB versus Spar Österreich, die die bisherige Tätigkeit der BWB auf ganzer Linie befürwortet und legitimiert.

Zusammenfassung (Englisch)

The Austrian food retail industry has been in the focus of the Federal Competition Authority (BWB) for years. The very much above-average concentration in food retailing, where three main players currently share 85% of the market, facilitates vertical price fixing, which is prohibited by antitrust law. These cartels can potentially lead to difficult market conditions for food manufacturers and food suppliers and last, but not least, also bring disadvantages for consumers.In this thesis, the very basics of antitrust law, which can be found in Article 101 TFEU and § 1 of the Austrian cartel law (KartG), as well as the conditions for block- and individual exemptions of commercial actions, are explained. Since vertical price fixing complies with the terms of „hard-core restrictions“ of the Vertical Block Exemption Regulation, it is very likely to have negative consequences for the market, which are also discussed in this thesis. The various forms of price collusion matching the definition of this form of cartel are also listed and explained. Thereafter, the historical development of antitrust enforcement in Austria and the powers and investigative activities of the BWB in Food retailing are presented. In its practice, the Competition Authority experienced that investigations in the highly concentrated Austrian food industry cause problems: the market participants were initially uncooperative, since due to the large power of food retailers the fear of negative consequences prevented incriminating statements. Through increased use of investigation methods like house searches, leniency programmes and settlements with cartel members, the actions of the BWB grew more and more successful, and the BWB has established itself as a serious authority most recently by the landmark decision of the Supreme Cartel Court in the case BWB versus Spar Austria, endorsing and legitimating the previous practice of the BWB in almost every perspective.