Titelaufnahme

Titel
Soziale Machtdifferentiale im urbanen Bereich : eine vergleichende, am Habitus der Bewohnerschaft orientierte Untersuchung zum Grazer Common Sense "Links und rechts der Mur" - bezogen auf die Bezirke St. Leonhard und Lend / eingereicht von Mag. phil. Magdalena Weyher
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Abstract for the dissertation of Magdalena Weyher : SOCIAL DIFFERENTIAL OF POWER IN THE URBAN AREAS comparing the public perception (=common sense) of “left and right of the River Mur” to the residents habitus in the districts St. Leonhard and Lend
Verfasser/ VerfasserinWeyher, Magdalena
Begutachter / BegutachterinEberhart, Helmut ; Schrutka-Rechtenstamm, Adelheid
ErschienenGraz, Mai 2016
Umfang457 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Karten
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Graz / Wohnen / Soziale Ungleichheit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-101567 Persistent Identifier (URN)
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Soziale Machtdifferentiale im urbanen Bereich [8.93 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorgelegte Arbeit bildet eine empirisch unterlegte Studie über soziale Ungleichheit. „Wo wohnst Du?“ Die Frage hat in Graz Gewicht, da Örtlichkeit und sozialer Status bei der Nennung des Common Sense zusammengedacht werden. „Links der Mur“ liegt der Wohnbezirk St. Leonhard, der ein bürgerliches Milieu aufweist. „Rechts der Mur“, direkt an die Innenstadt anschließend breitet sich der ehemalige Arbeiterbezirk Lend aus, bei dessen Nennung die Stammbewohnerschaft von Graz an Armut und Fremde denkt. Der Common Sense transferiert ein übergeordnetes Sozialstrukturbild (Barlösius 2000: 92) in die Gedächtnisse der Grazer Bewohnerschaft, wobei der linken Seite ein höherer Wert zugeschrieben wird, als der rechten welche Wertigkeit sich automatisch auf die Menschen selbst überträgt.^ „Wer den Habitus einer Person kennt, der spürt oder weiß intuitiv, welches Verhalten dieser Person verwehrt ist.“ (Bourdieu 2005: 33)Ab 2000 profitiert das bisher schlecht beleumundete Lend von der baulichen Erneuerung des Bezirkskerns, die mit der Wahl der Stadt zur europäischen Kulturhauptstadt 2003 zusammenfällt. Das soziale Ungleichheitsverhältnis, das sich über Jahrhunderte gehalten hat, kann seit dieser Zeit nicht mehr klar definiert werden. Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine Auseinandersetztung um die Aneignung dieses „neu entstanden Raums“.^ Folgt ein Mensch während der unvorhersehbaren, so rasch vor sich gehenden gesellschaftlichen Veränderungen bei der Wahl seines Wohnumfeldes noch immer seinem Habitus, der ihn „mit der automatischen Sicherheit eines Instinkts“ (Bourdieu 1993: 191) zum „Links oder Rechts der Mur“ leitet? Oder gilt es der Verwirklichung moderner Versprechen zu vertrauen, wonach Pluralität als gegenwärtiger gesellschaftlicher Aspekt ein „alles ist möglich“ vorgibt?Ob sich in Anbetracht des neuen Spannungsfeldes die traditionellen Übereinkünfte, die im Common Sense enthalten sind, weiterhin Wirkung zei bei der Wahl des Wohnumfelds weiterhin mitwirkt: Darauf wird mit Hilfe von 50 InterviewpartnerInnen eine Antwort gesucht.

Zusammenfassung (Englisch)

This dissertation is an empirical study about social disparity. The question “Where do you live?” is especially meaningful in Graz because location and social status are intrinsically linked in the common sense. The residential district of St. Leonhard is located on the left side of the River Mur and is inhabited by urban bourgeoisie. Situated on the right side of the river, bordering the city centre, is the former working-class district of Lend. When mentioning Lend, thoughts of poverty and outland come up among long-term residents. The common sense perpetuates an overarching understanding of social structure (Barlösius 2000: 92) in the mindset of the denizens of Graz in which the left side has a higher ranking than the right side this understanding of self-worth is then reflected in the mindsets of the people themselves.^ „One who understands a persons living conditions knows intuitively what behaviour the person is being denied.“ („Wer den Habitus einer Person kennt, der spürt oder weiß intuitiv, welches Verhalten dieser Person verwehrt ist.“) (Bourdieu 2005: 33)Since 2000, the long-scorned district of Lend has benefited from structural refurbishment taking place in its centre, initiated by the selection of Graz as European Capital of Culture in 2003. The social inequality that has existed for centuries is no longer as easily observable.^ This change has initiated a new discussion about acquiring this “newly developed space” that has been ongoing ever since.Are people still, in these times of unforeseen and rapidly progressing social change, still following their habitus when choosing their residential environment „with the automatic certainty of an instinct“ („mit der automatischen Sicherheit eines Instinkts“) (Bourdieu 1993: 191) to select right or left? Or do people believe that their lives will reflect the modern promise that “everything is possible” in a pluralistic society?Are these traditional perceptions of social status embodied by the people of Graz, even in light of these recent changes, still impacting their choice of where to live? Herein, fifty interviewees answer this question.

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