Titelaufnahme

Titel
Kohlenhydratmalabsorptionen und vegetative Emotionen : Dialog zwischen Darm und Gehirn bei Männern / vorgelegt von Mag.a rer.nat. Andrea Groselj-Strele
Weitere Titel
Carbohydrate malabsorption and vegetative emotion : dialog between gut und brain in men
Verfasser/ VerfasserinGroselj-Strele, Andrea
Begutachter / BegutachterinSchulter, Günter
ErschienenGraz, Mai 2016
Umfang224 Blätter : Illustrationen, Diagramme, 1 Karte
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
In der Verantwortlichkeitsangabe letztes a in Mag.a hochgestellt
Zusammenfassung in englischer Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Malabsorption / Fructose / Lactose / Depression
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-101522 Persistent Identifier (URN)
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Kohlenhydratmalabsorptionen und vegetative Emotionen [1.11 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Fruktosemalabsorption und Laktoseintoleranz sind durch eine Unfähigkeit der vollständigen Fruktose- beziehungsweise Laktoseabsorption gekennzeichnet. Vorhergehende Studien haben gezeigt, dass bei Frauen beide Erkrankungen in Beziehung zu Symptomen der Depression stehen können. Das Konzept der serotonergen männlichen Depression postuliert, dass Männer, die emotionale Schmerzen erfahren, mit größerer Wahrscheinlichkeit mit Reizbarkeit, Wut, aggressiven oder selbstzerstörerischem Verhalten reagieren. Zahlreiche Befunde verweisen auf die bedeutsame Rolle einer Störung des Darmmikrobioms bei Erkrankungen, die von der Darm-Gehirn-Achse und dem Serotonin-Stoffwechsel beeinflusst sind. Daher wurde bei Männern untersucht, ob Kohlenhydratmalabsorptionen mit aggressiven Symptomen der Depression und einem veränderten Tryptophanmetabolismus assoziiert sind. Effekte einer Obst- und Gemüse-armen Ernährung, des Lipidprofils sowie eventueller chronisch niederschwelliger Entzündungen auf die männliche Psyche wurden untersucht. Ausgehend von einer Genotypisierung für primär adulte Laktoseintoleranz wurden 71 Männer (32 mit Hypolaktasie, 39 homozygote Kontrollen) mit einem konventionellen H2-Atemtest auf Fruktosemalabsorption getestet. Zur Erhebung der Aggression wurde den Probanden ein Aggressionsfragebogen (FAF) vorgelegt. Mit einem Ernährungsfragebogen wurde u.a. die wöchentliche Obst- und Gemüseeinnahme erhoben. Aus Blutproben wurden Serum-Tryptophan, Lipidprofil und C-reaktives Protein analysiert. Neben der Fruktosemalabsorption stellten sowohl eine Obst- und Gemüse-arme Ernährung als auch erhöhte Triglyzeride Risikofaktoren für eine erhöhte Aggressionshemmung dar. Der Tryptophanmetabolismus interagierte mit keinem der Aggressionsfaktoren. Die Laktoseintoleranz stand nicht in Beziehung zur männlichen Aggression. Da hohe Werte der Aggressionshemmung mit niedriger Offenheit in Beziehung standen, scheint ein repressiver Copingstil bei Männern mit Fruktosemalabsorption vorzuherrschen.

Zusammenfassung (Englisch)

Fructose and lactose malabsorption are characterized by an inability to efficiently absorb fructose or lactose via the gut. Previous studies in females have shown that both diseases are associated with signs of depression. The serotonin related masculine depression framework hypothesis describes irritability, anger, aggressive or self-destructive behaviour to be more frequent in men with emotional pain. Accumulating evidence points to a critical role for gut microbiome dysbiosis in serotonin related brain-gut axis disorders. Therefore, we investigated whether fructose and lactose malabsorption were associated with aggressive signs of depression in men. The influences of tryptophan serum levels, unfavourable diet and lipid profiles as well as low-grade inflammation on male feeling were analysed. Based on hypolactasia genotyping, 71 men out of 223 (32 with hypolactasia, 39 homozygous controls) underwent a conventional hydrogen breath test to identify fructose malabsorbers. All probands were assessed for aggression (Questionnaire for Measuring Factors of Aggression, FAF) and a daily food-frequency questionnaire. Blood samples were drawn for serum tryptophan, lipids (total cholesterol, HDL and LDL cholesterol, and triglycerides) and high sensitive C-reactive protein (hsCRP). Next to fructose malabsorption, an unfavourable diet (low vegetables and fruits) and higher levels of serum triglycerides were associated with higher scores for aggression inhibition. Tryptophan levels did not interact with aggression factors. Lactose intolerance was not associated with aggression in men. Since high scores for aggression inhibition went along with low scores for openness a repressive coping style seems to prevail in male fructose malabsorbers. Future studies might focus on carbohydrate metabolism, microbiome profiles and interventions to further assess the gut-brain axis in carbohydrate malabsorption.