Titelaufnahme

Titel
Die Ethik der "Antigone" und Joseph Ratzingers / vorgelegt von Gunther Florian
Weitere Titel
The ethics of "Antigone" and Joseph Ratzingers
Verfasser/ VerfasserinFlorian, Gunther
Begutachter / BegutachterinNeuhold, Leopold
ErschienenGraz, 2016
Umfang140 Blätter
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Sophocles <Antigone> / Ethik / Benedikt <XVI., Papst> / Ethik
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-100667 Persistent Identifier (URN)
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Die Ethik der "Antigone" und Joseph Ratzingers [0.98 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Wir kennen die Vorstellung, dass die Menschheit das Wichtigste ist, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen soll. Damit wird oft implizit gesagt, dass nicht Gottes Wille das Prinzip moralischer Beurteilung sein soll. Für Sophokles steht dagegen ein Ethos im Mittelpunkt, das seit jeher und überall gilt und von dessen Ursprung man nicht mehr weiß, als dass es göttlicher Herkunft ist. Für Sophokles steht also Gott und sein „Naturrecht“ im Mittelpunkt, das von Hans Kelsen später schlichtweg mit der Moral gleichgesetzt werden wird. Die „Antigone“ wird Schritt für Schritt aus der Perspektive der Ethik und der kritischen Sicht auf eine den jeweiligen Interessen dienende ideologisierte Ethik behandelt. Das wird am Leitfaden Erik Wolfs erörtert, eines klassischen Kenners des Naturrechts, auf dessen Fachbegriffe dabei zurückgegriffen wird. - Als Antigone mit ihren, aus der Mythologie und dem Konsensdenken genommenen Argumenten gegenüber dem starren und letztlich willkürlichen moralischen Tunnelblick der königlichen Autorität scheitert, entdeckt sie in ihrer Argumentationsnot das, was man später als das sog. „Naturrecht“ bezeichnen wird. Heute wird das Naturrecht oft als inhaltsleer verdächtigt. Ratzingers Ethik zeigt, dass das jahrtausendealte Naturrecht trotzdem nicht tot ist. Denn in einer diskursiven Erörterung der vielen positiven Moralen bzw. Ethosformen muss immer wieder nach gemeinsamen Prinzipien und insofern nach einem gemeinsamen natürlichen und universalen Kern, der Moralität, gefragt werden, wenn der Ausdruck „Menschheit“ einen Sinn haben soll. Sophokles und Ratzinger geht es um dasselbe Thema, um ein nicht partikulares Ethos der theonomen Menschlichkeit. Dazu gehört, dass man das Ergebnis im Blick auf die tradierte Moral und im Diskurs mit anderen Menschen und Kulturen überprüft.

Zusammenfassung (Englisch)

In todays worldview we know the common concept, that mankind is the most essential, the vital value. That often implies that Gods will is not the principle of ethical judgement. In the ethics of Sophocles morality is something that has always existed and that comes from God. Sophocles sees God and his natural right as the center of human life. Many centuries later, philosopher Hans Kelsen identified Sophocles natural law with morality.One chapter treats the ethics of Antigone and the ideological aspects of ethics. These parts are based on the Greek technical terms by Erik Wolf, a specialist in natural right. Antigone herself refers to traditional mythological terms. Her arguments are negated by her king because he persists in inflexible, arbitrary and authoritarian ethic arguments. For that reason she discovers the natural right as a basis for her arguments.Against that point of view, Joseph Ratzingers ethics point out that natural right is neither exhausted nor dead. Ratzinger argues that there are many statue morals and therefore one has to ask for their natural principles common to all their universal axioms. Both Sophocles and Ratzinger aim at a theonomical humanity, comprehended and realized by our intuitive judgement. Arguing with pro and contra in the course of an inner dialogue is one of the ways to test your conscience. The result is to be discussed with others, regarding other cultures and own statue morals. In the end, the target is a tested and reviewed conscience.