Titelaufnahme

Titel
Einstellungen lenken? : die Neurowissenschaftlerin Tania Singer, ihr Projekt einer achtsamen Wirtschaft und das katholische Menschenbild des Zweiten Vatikanischen Konzils / eingereicht von Dipl.- Musikerin Daniele Kohler, BEd
Weitere Titel
Directing attitudes? : The neuroscientist Tania Singer, her project Caring Economics and the concept of the human being according to the Second Vatican Council
Verfasser/ VerfasserinKohler, Daniele Katharina
Begutachter / BegutachterinKörner, Bernhard
ErschienenGraz, 2016
Umfang86 Blätter : Diagramm
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Einfühlung / Katholische Kirche
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-100343 Persistent Identifier (URN)
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Einstellungen lenken? [1.15 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit untersucht neuere Veröffentlichungen der Neurowissenschaftlerin Tania Singer zur Empathie-Forschung und zu Mitgefühl in der Wirtschaft hinsichtlich ihrer Relevanz für das christliche Menschenbild, die katholische Soziallehre, sowie die pastorale Praxis. Tania Singer hat gezeigt, dass sich die Fähigkeit von Menschen zu Mitgefühl durch gezieltes Meditationstraining stärken lässt. Ausgehend von ihrer Meditationsforschung entwirft Tania Singer in ihrem Buch Mitgefühl in der Wirtschaft die Vision, Wirtschaftssysteme menschlicher zu gestalten und das Menschenbild vom rational eigennützigen homo oeconomicus zu überwinden. Diese innerweltliche Hoffnung auf Verbesserung in der Welt wird in dieser Masterarbeit aus theologischer Sicht betrachtet. Zunächst werden die Ergebnisse und Ansätze von Tania Singer mit dem Menschenbild und der Soziallehre in Gaudium et Spes, Caritas in Veritate und dem Katechismus der Katholischen Kirche in Beziehung gesetzt. Der Vergleich zeigt aus Sicht der theologischen Anthropologie eine hohe Übereinstimmung mit dem christlichen Menschenbild und starke Parallelen zur katholischen Soziallehre. Das Trainingsprogramm ist daher mit entsprechenden Anpassungen in der pastoralen Praxis einsetzbar, zum Beispiel um die Neigung zum solidarischen Handeln und das Selbstwertgefühl von Menschen zu stärken. Ein solches Meditationsprogramm kann darüber hinaus wichtige Impulse für einen überkonfessionellen Wertekonsens und eine entsprechende Wertevermittlung in einer säkularen Gesellschaft geben. Inwieweit sich dies in einer individualistischen Gesellschaft real umsetzen lässt bleibt offen. In Übereinstimmung mit der katholischen Soziallehre muss eine gesellschaftliche Veränderung sowohl auf der Ebene der Einstellungen von Individuen als auch bei den Prioritäten und Regeln eines Gemeinwesens ansetzen. Für die Frage, wie ein solcher Prozess in Gang gesetzt werden kann, gibt Tania Singers Vision wertvolle Impulse.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis reflects recent publications of the neuroscientist Tania Singer regarding the mechanisms of human empathy and of Caring Economics with respect to both the catholic concepts of the human being and society and pastoral practice. Tania Singer has shown that the ability of an individual to perform empathy can be considerably strengthened by a dedicated training of meditation. From these results Tania Singer sketches her vision of Caring Economics by turning economical systems more human and surmounting the conventional concept of man as selfish and rational homo oeconomicus. This secular pledge for an improvement of the situation in the world is studied in this thesis from a theological perspective. As a first step we are reviewing the results and claims of Tania Singer on the background of the teachings within Gaudium et Spes, Caritas in Veritate and the Katechismus der Katholischen Kirche. The comparison shows high congruence with positions of theological anthropology and the catholic concept of society. The meditation training proposed by Tania Singer can therefore be adapted for the use in pastoral efforts both in the parishes and in religious education. The program can help to strengthen the self-confidence of individuals and their inclination to empathic actions. The program of meditation could also serve as an impulse for defining inter-religious consensus and helping to promote basic virtues in a secular society. It remains nevertheless open how such a program could be executed in an individualistic society. Any change to the better has - in full accordance with the catholic teachings on society - to address both the moral of the individual and the rules and priorities in a society. The visions Tania Singer formulates can give valuable insight in how such a process of change could be initiated and further nurtured.

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