Titelaufnahme

Titel
Historiker im Widerstand : das Beispiel Walter Markovs im Dritten Reich / vorgelegt von Lisa Sparber
Weitere Titel
Historians in the resistance movement : the example of Walter Markov in the Third Reich
Verfasser/ VerfasserinSparber, Lisa
Begutachter / BegutachterinMoll, Martin
ErschienenGraz, 2016
Umfang127 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-99641 Persistent Identifier (URN)
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Historiker im Widerstand [15.8 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Walter Markov (1909-1993) wuchs in einem Jahrhundert wichtiger historischer Ereignisse auf. Er erlebte etwa beide Weltkriege (einen davon in Gefangenschaft), Entstehung und Zerfall des Königreichs Jugoslawien sowie den Aufstieg Adolf Hitlers. In Graz geboren und in jungen Jahren mehrfach umgezogen, kam er als Student nach Deutschland. Im Herbst 1933 führte ihn sein Bildungsweg nach Bonn. Dort gründete er gemeinsam mit vier Freunden im Mai 1934 die „Gruppe Universität der KPD“, die es sich zum Ziel setzte, gegen Hitler und seine Anhänger Widerstand zu leisten. Sie konnte sich gemeinsam mit anderen neun Monate lang der illegalen Arbeit widmen, bevor die Gruppe verraten und ihre Mitglieder festgenommen wurden. Markov übernahm bei den Gerichtsverhandlungen einen Großteil der Verantwortung und wurde zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt.Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht am Beispiel Walter Markovs und seiner Gruppe die Frage, wie im Dritten Reich Widerstand geleistet wurde. Es geht darum, die wesentlichen Entwicklungen einer Widerstandsgruppe, darunter Beweggründe, Mitglieder, Organisation, Verhaftung etc. zu skizzieren. Besondere Beachtung kommt dabei Walter Markov zu, der in der Literatur als Kopf der Gruppe bezeichnet wird.Für die Arbeit wurden verschiedene Quellen herangezogen. Für die Biographie Markovs und die Arbeitsweise seiner Gruppe waren seine Aufzeichnungen und die mit ihm geführten Interviews wichtige Ausgangspunkte. Wo möglich wurden diese mit Erfahrungsberichten anderer abgeglichen. Auch konnten Beiträge der „Sozialistischen Republik“, der Zeitschrift der Gruppe, analysiert werden. Dies ermöglichte einen besseren Einblick in die Widerstandsarbeit. Um ein möglichst vollständiges Bild zu schaffen, wurde nicht nur die Perspektive Markovs und seiner Freunde berücksichtigt. Die politischen Berichte über die Gruppe und die Gerichtsunterlagen ermöglichten es auch, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie das NS-Regime gegen Gegner und Kritiker vorging.

Zusammenfassung (Englisch)

Walter Markov (1909-1993) grew up in a century of historic importance. He lived through both World Wars (one of them in captivity), and experienced the rise and fall of the Kingdom of Yugoslavia and the “Machtergreifung” of Adolf Hitler. Born in Graz, Austria he had relocated many times at a young age already. Ultimately, Markov came to Bonn, Germany to pursue his studies in the fall of 1933. Together with four friends, in May 1934, he founded the “Gruppe Universität der KPD” to oppose Hitler and his followers. With the commitment of other supporters they spent nine months with this “illegal work” until the “Markov-Group” was betrayed by one of their members and arrested. In the court proceedings, Markov took over a major part of the responsibility, so while the others only received a light punishment or were even acquitted he was sentenced to twelve years in prison.The thesis focuses on the question how German resistance to Nazism could look like, using Walter Markov and his group as an example. It shows the main steps in the development of a resistance group, including motivation, members, organisation, work, arrests etc. A special focus lies on the persona of Walter Markov, in past research commonly referred to as the leader of the group.Various kinds of sources were used in this thesis. These include Markovs personal memories, taken from his autobiography or interviews. Moreover, articles in the “Sozialistische Republik”, the illegal newspaper published by the Markov-Group, were analysed to get a better impression of the resistance work. In order to obtain a comprehensive view, not only the perspective of Markov and his supporters was taken into account, but also Nazi police reports about attitudes and behaviours of German citizens. Through these kind of documents, as well as court documents detailing the case against Markov, valuable insights on how the Nazi regime took action against opponents and critics can be obtained.