Titelaufnahme

Titel
Effekt eines Calcium : Ionophors bei obstruktiven versus nicht-obstruktiven Azoospermien in Hinblick auf Befruchtungsrate und Embryonenentwicklung / Ilse Ferrara
Weitere Titel
Effect of a calcium-ionophore in obstructive versus non-obstructive azoospermia in respect of fertilization and embryo development
Verfasser/ VerfasserinFerrara, Ilse
Begutachter / BegutachterinEbner, Thomas ; Petek, Erwin
ErschienenGraz, Februar 2016
Umfang57 Blätter : Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Azoospermie / Befruchtung / Embryonalentwicklung
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-99246 Persistent Identifier (URN)
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Effekt eines Calcium [1.44 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Für Männer mit einer Azoospermie ist die Gewinnung von Spermien aus dem Hoden die einzige Chance auf eine biologische Vaterschaft. Während bei den obstruktiven Azoospermien (OA) praktisch immer Spermatozoen gefunden werden, ist dies bei nur etwa 40% der Männer mit einer nicht-obstruktiven Azoospermie (NOA) der Fall. In der Laborroutine fällt das Befruchtungsergebnis nach ICSI mit Spermien von NOA-Patienten oft enttäuschend aus bzw. geht die Entwicklung der Embryonen nur schlecht voran.In der vorliegenden Studie wird untersucht, ob die Ursache dafür in einer mangelhaften Aktivierung der Eizelle durch das Spermium liegt. Die gestörte Spermatogenese könnte mit einem Mangel an PLC einhergehen - jenem löslichen Spermienfaktor, der in der Eizelle Ca2+- Oszillationen auslöst und damit das entscheidende Signal zur Wiederaufnahme der Meiose liefert. PLC ist somit eine unbedingte Notwendigkeit für die erfolgreiche Befruchtung der Eizelle und die nachfolgende Entwicklung der Embryonen.Zur Feststellung, ob es zwischen OA- und NOA- Patienten generell einen Unterschied in der Befruchtungsrate und Embryonenentwicklung gibt, wurden in diesen beiden Gruppen retrospektiv jeweils 56 Behandlungszyklen ausgewertet. Die NOA- schnitt gegenüber der OA-Gruppe sowohl bei der Befruchtungsrate (55,6 versus 69,7%) als auch der Embryonenentwicklung (33,2 versus 43,5%) signifikant schlechter ab (p 0,01).In einer angeschlossenen prospektiven Studie wurde überprüft, ob durch eine künstliche Eizellaktivierung mittels eines Ca2+- Ionophors eine Verbesserung der Ergebnisse möglich ist. Dazu wurde ein Eizellsplitting in eine Studien- (mit Ca2+- Ionophor) und Kontrollgruppe vorgenommen. Bei den OA hatte der Ionophor keinen Effekt (76,1 versus 78,8% bei der Befruchtung; 37,3 versus 39,7% bei der Embryonenentwicklung). Bei den NOA kam es dagegen zu einer signifikanten Steigerung der Befruchtungsrate in der Studien- gegenüber der Kontrollgruppe (91,3 versus 72,3%, p 0,05). Die Embryonenqualität stieg ebenfalls an (40,5 versus 26,5%), erreichte aber nicht das Signifikanzniveau. Der positive Effekt des Ca2+- Ionophors in der NOA-Gruppe weist auf eine mangelhafte Eizell-Aktivierungskompetenz dieser Spermien hin, die in einem Mangel an PLC begründet sein könnte.

Zusammenfassung (Englisch)

For men with azoospermia sperm retrieval from the testis is the only chance for biological paternity. While in obstructive azoospermia (OA) successful extraction is virtually certain, spermatozoa can be found in only approximately 40% of men with non-obstructive azoospermia (NOA). ICSI with sperm from NOA often results in poor egg fertilization and/or adverse embryo development.The present study investigates whether this observation is caused by deficient activation of the oocyte by the spermatozoon. Impaired spermatogenesis might involve reduced amounts of PLC - the soluble sperm factor which triggers calcium-oscillations in the oocyte and thereby provides the pivotal signal for resumption of meiosis. Thus PLCis a vital prerequisite for egg fertilization and consequent development of the embryo.To find whether there is a general difference between OA and NOA in respect of fertilization and embryo development, 56 treatment cycles in each group were evaluated retrospectively. The NOA group had significantly worse outcomes (p 0,01) in terms of fertilization rate (55,6 versus 69,7%) as well as in embryo development (33,2 versus 43,5%).In a subsequent prospective study artificial oocyte activation by means of a calcium-ionophore was applied to evaluate if improvement in outcomes is possible. To this, egg-splitting in a study group (with calcium-ionophore) and control group was performed. In OA the ionophore had no effect (76,1 versus 78,8% fertilization rate, 37,3 versus 39,7% in embryo development). However in NOA fertilization rate was significantly higher (p 0,05) in the study group compared with the control group (91,3 versus 72,3%). Embryo quality also increased (40,5 versus 26,5%) but did not reach level of significance.The positive effect of calcium-ionophore in the NOA group indicates deficient competence of oocyte activation in these sperm, which might be due to a lack of PLC.