Titelaufnahme

Titel
Dirty hands in democracies : a problem, a reality, and a chance / vorgelegt von Daniel Kurzmann, BA
Verfasser/ VerfasserinKurzmann, Daniel
Begutachter / BegutachterinMeyer, Lukas
ErschienenGraz, März 2016
Umfang85 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Moral / Ethik / Handlung / Demokratie
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-98652 Persistent Identifier (URN)
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Dirty hands in democracies [0.89 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Problem der schmutzigen Hände beschreibt jenes moralische Phänomen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass in bestimmten Situationen das Setzen einer Handlung gleichermaßen moralisch erlaubt oder sogar geboten wie auch moralisch falsch ist. Dieses vermeintliche Paradoxon fußt auf einem bestimmten Moral-Verständnis, nämlich einem, das moralische Konflikte und Dilemmata zulässt.Daher untersucht das erste Kapitel dieser Masterarbeit allgemein, worin das Problem besteht, was dessen konzeptuelle Besonderheiten sind und in welchen Kontexten es diskutiert wird. Dazu wird Michael Walzers grundlegender Text zum Thema erörtert und kritisiert. Es wird außerdem gezeigt, dass schmutzige Hände als eigene Kategorie über moralische Konflikte und Dilemmata hinausgehen. Eigene Kriterien für den Ausweis schmutziger Hände werden angeboten und auf die moralischen Gefühle einer handelnden Person zentral eingegangen. Das Kapitel endet schließlich mit einer Diskussion der Frage, warum vorherrschende Theorien der Ethik das Problem der schmutzigen Hände entweder zurückweisen oder mit diesem nicht umgehen können.Das zweite Kapitel fasst die Frage ins Auge, warum manche Autoren schmutzige Hände entweder ausdrücklich auf die politische Sphäre beschränken bzw. deren dortiges Vorkommen besonders betonen. In diesem Zusammenhang wird der vermeintliche Bedarf einer Rollenethik für PolitikerInnen kritisch untersucht. Eines der zentralen Anliegen des Kapitels ist die Einbettung schmutziger Hände in den Demokratie-Kontext. Dazu wird ein grundlegender Text von Dennis F. Thompson diskutiert sowie die vermeintliche moralische Komplizenschaft der demokratischen Bevölkerung erörtert. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der sensiblen Beziehung zwischen Geheimhaltung und Demokratie. Der Ansatz von Thompson wird einer kritischen Würdigung zugeführt und ein eigener Ansatz diskutiert. Abschließend werden etwaige Zweifel ausgeräumt sowie mögliche Chancen von schmutzigen Händen in Demokratien aufgezeigt.

Zusammenfassung (Englisch)

The dirty hands problem describes a moral phenomenon in which an agent sometimes ought to undertake an action that is morally permitted or even required, but is somehow morally wrong. This problem underscores a moral conflict and dilemma; namely, some correct or appropriate actions violate moral norms. The first chapter of this masters thesis explores the general nature of the problem of dirty hands, and it discusses the problems conceptual peculiarities as well as the contexts in which it is most commonly discussed. This chapter criticizes Michael Walzers seminal paper on the topic, and it also demonstrates the ways in which dirty hands is a unique category that exceeds moral conflict and dilemma. Unique criteria for dirty hands are established by distinguishing the problem from other sorts of moral conflicts. In addition, agents moral emotions associated with the problem are discussed. The chapter concludes with a discussion about why prevalent theories of ethics either deny or simply cannot cope with the problem of dirty hands.The second chapter deals with dirty hands in politics. It examines why some authors exclusively restrict dirty hands to the political sphere or emphasize its presence there. Accordingly, the supposed need for role morality among politicians is examined broadly and critically. This chapter considers the ways that the dirty hands problem is embedded in the democratic context. To this end, Dennis F. Thompsons paper on the democratic publics alleged moral complicity in the decisions and actions of elected political officials is investigated. Emphasis is placed on the relationship between secrecy and democracy. Finally, some of the concerns and possible opportunities offered to democracies by dirty hands are outlined.