Titelaufnahme

Titel
Osmanisch-habsburgische Auseinandersetzungen : Rezeption und Gedächtnis im Habsburgerreich (ca. 1500 bis 1800) und ihre Auswirkungen auf das 20. Jahrhundert / vorgelegt von Sebile Karakas
Weitere Titel
Ottoman-Habsburg conflicts : reception and memory in the Habsburg Empire (about 1500 to 1800) and its impact on the 20th century
Verfasser/ VerfasserinKarakas, Sebile
Begutachter / BegutachterinKaser, Karl
ErschienenGraz, 2016
Umfang106 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Karten
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Türken / Geschichte 1500-1800 / Rezeption
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-98590 Persistent Identifier (URN)
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Osmanisch-habsburgische Auseinandersetzungen [1.6 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Diplomarbeit behandelt das aus den osmanisch-habsburgischen Konfrontationen entstandene kulturelle und kollektive Gedächtnis und die Rezeption von Informationen über und Bildern von den Osmanen im Habsburgerreich. Zu diesem Zweck werden Bilder, Drucke, Sagen und Lieder, die die Jahre dieser schrecklichen Auseinandersetzungen und die bestehende osmanische Gefahr dokumentieren, aber auch die damit zusammenhängenden Feierlichkeiten, Bräuche und Denkmäler analysiert und interpretiert. Des Weiteren werden die Hinterlassenschaften der Osmanen in Österreich und ihr Einfluss auf das Sprachgut der ÖsterreicherInnen untersucht. Die beiden Belagerungen Wiens 1529 und 1683, welche die habsburgische Bevölkerung stark erschüttert hatten, wurden im Zuge der Jahrhunderte für politische Zwecke instrumentalisiert. Auch wenn die Menschen die Erinnerungen an die Osmanen verdrängen wollten, wurden sie daran gehindert. Die Osmanen wurden von der Kirche und dem Kaiserhof als eine von Gott gesandte Strafe für begangene Sünden dargestellt. Die eingeführten ‚Türkengebete‘, ‚Türkenglocken‘ und die ‚Türkenlieder‘ riefen die Osmanen den Habsburgern im Zuge der Jahrhunderte immer wieder ins Gedächtnis. Als sich diese Spannungen im 18. Jahrhundert einigermaßen gelegt hatten, wandelte sich das überzeichnete Bild vom Osmanen für einige Jahrzehnte in einen orientalischen Exotismus. In der austrofaschistischen Regierung im 20. Jahrhundert wurde erneut auf den Entsatz von 1683 und auf die ‚Türkenjubiläumsfeiern‘ des 18. und 19. Jahrhunderts zurückgegriffen, um das fehlende Nationalgefühl in Österreich zu stärken und vor inneren Feinden zu warnen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the consequences of Ottoman-Habsburg confrontation to the cultural and collective memory, and the reception of information of and about the Ottomans in the Habsburg Empire. Therefore, paintings, prints, legends, songs, celebrations, customs and monuments that recall the years of this terrible conflict and the perceived existence of Ottoman peril, have been analyzed and interpreted. In addition the legacy of the Ottomans in Austria and their influence on the language of Austrians are being researched. The two sieges of Vienna in 1529 and 1683, which had so severely shaken the population of the Habsburg Empire were, for political purposes, heavily exploited over the following centuries. Even if people wanted to block out memories of the Ottomans, this was made impossible by the Church and the emperor. The Ottomans were presented to the population as a punishment sent by God for previous sins. Only a more religious life and true divine service could help Christians to defeat these monsters. The authorities made sure that the population was constantly afraid of Ottoman raids. The introduction of “Türkengebete” (Turk prayers), “Türkenglocken” (Turk bells), and “Türkenlieder” (Turk songs) should ensure the populations awareness of the threat the Ottomans posed. In the 18th century the extremely exaggerated image of the Ottomans changed for several decades in an oriental exoticism. The Austro-fascist government of the 20th century referred back again to the relief of the defeat of the Ottoman Empire in 1683 and to the “Türkenjubiläumsfeiern” (Turks anniversary celebrations) of the 18th and 19th centuries in order to strengthen the missing national pride in Austria and to warn the population against internal enemies.

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