Titelaufnahme

Titel
Der Kapitalschnitt als Sanierungsinstrument der GmbH / vorgelegt von Alexander Petschar
Weitere Titel
The capital cut as a restructuring tool for the limited liability company
Verfasser/ VerfasserinPetschar, Alexander
Begutachter / BegutachterinSchummer, Gerhard
ErschienenGraz, 2016
Umfang58, II Blätter : Zusammenfassung (1 Blatt)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / GmbH / Unternehmenssanierung
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-98129 Persistent Identifier (URN)
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Der Kapitalschnitt als Sanierungsinstrument der GmbH [0.88 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist nicht nur die beliebteste Gesellschaftsform gemessen an der Anzahl der Firmenbucheinträge, sondern auch in Bezug auf die Anzahl der beantragten Insolvenzen. Die Ursachen hierfür sind vielzählig, jedoch ist der Verlauf meist derselbe. Durch fortschreitende Verluste wird nach und nach das Eigenkapital aufgezehrt und die Gesellschaft schlittert in eine Liquiditätskrise. Diese letzte Phase der Unternehmenskrise ist jedoch die erste die wieder überwunden werden muss um eine Sanierung zu ermöglichen. Die Zuführung frischen Kapitals kann über verschiedenste Wege erfolgen, besonders geeignet für eine Sanierung ist jedoch die Kombination einer Kapitalherabsetzung mit einer Kapitalerhöhung. Dieser sogenannte Kapitalschnitt stellt ein klassisches Sanierungsinstrument dar und wird aus diesem Grund im ersten Teil dieser Arbeit theoretisch erläutert und näher behandelt. Ein weiteres Problem bei der Zuführung von finanziellen Mitteln in der Unternehmenskrise ist der hohe zeitliche Druck der erforderlichen Maßnahme. Da es oft unterschiedliche Sichtweisen der Gesellschafter zur Zukunft des Unternehmens gibt, stellt sich die Frage, ob sanierungsunwillige Gesellschafter zur Zustimmung einer mehrheitlich geforderten und sinnvollen Sanierungsmaßnahme gezwungen werden können. Die in Frage kommenden Möglichkeiten sind einerseits eine Zustimmungspflicht aufgrund von Treuepflichten und andererseits die Nachschusspflicht nach § 1184 Abs 2 ABGB. Im zweiten Teil dieser Arbeit werden diese zwei Möglichkeiten eingehend erörtert und beurteilt, ob eine Zustimmung auf diesem Wege erreicht werden kann. Im Rahmen der Treuepflichten erfolgt dies durch die Analyse und Interpretation zweier Entscheidungen des BGH. Bezüglich der Nachschusspflicht ist es entscheidend, dass es sich hierbei um keine GmbH-rechtliche Regelung handelt. Da es sich bei § 1184 Abs 2 ABGB um eine Vorschrift zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts handelt, wird in diesem Teil der Arbeit die Frage der subsidiären Anwendbarkeit aufgrund § 1175 Abs 4 ABGB, sowie die Auswirkungen auf den Kapitalschnitt der Gesellschaft mit beschränkter Haftung erörtert und versucht zu beantworten.

Zusammenfassung (Englisch)

The limited liability company is not only the most popular type of company based on the amount of entries in the commercial register, but also based on the numbers of insolvencies. While the reasons herefore are manifold, the process remains mostly the same. Loss accumulation over several years leads to the severe shortage of equity, which is followed by a liquidity crisis of the company. While the liquidity crisis is the last phase the company reaches, it is the first one that has to be overcome. Providing new capital can be achieved in several different ways. However, most suitable for financial recovery is the unique combination of a capital reduction and increase. This so called capital cut is the standard tool used for financial recovery, which is why it is theoretically discussed in the first part of the thesis. Another challenge in this regard is the high time pressure during the liquidity crisis. As the company is a melting pot of different views and opinions of various shareholders, it has to be discussed whether uncooperative shareholders can be forced to vote in favour of the application of the capital cut. There are two possibilities on how to enforce the positive vote of the unwilling shareholders: First the duty of loyalty and second the additional contribution obligation based on § 1184 section 2 of the Austrian civil code (ABGB). The second part of this thesis analyses both options and evaluates if the shareholders are obliged to a positive vote. With regard to the duty of loyalty, two main decisions of the German Federal Supreme Court (BGH) are interpreted. Concerning the contribution obligation, the above named paragraph is a rule for companies constituted under civil law. Thus, this part of the thesis further examines the subsidiary application as well as its implications on the capital cut of the limited liability company.