Titelaufnahme

Titel
Peripherräume Estlands / vorgelegt von Helmut Ortner
Weitere Titel
Peripheral regions of Estonia
Verfasser/ VerfasserinOrtner, Helmut Urban
Begutachter / BegutachterinCede, Peter
ErschienenGraz, 2016
Umfangvi, 241 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Diagramme, Karten
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Estland / Peripherer Raum
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-98084 Persistent Identifier (URN)
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Peripherräume Estlands [8.56 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der Diplomarbeit werden die Hauptursachen, Kennzeichen und Merkmale sowie Konsequenzen der Strukturschwäche in den Peripherräumen Estlands beschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf der Lokalisierung der peripheren Räume auf Landkreisebene und der Darstellung und Analyse der dort anzutreffenden demographischen und sozioökonomischen Zustände. Bei der Untersuchung der Kennzeichen der Strukturschwäche ist dabei der Fokus auf die Fallbezirke Viljandi im Süden und auf VÕru im Südosten des Landes gerichtet. Während des Kommunismus kam es im Zuge der Urbanisierung zu massiven Abwanderungsströmen aus dem ländlichen Raum, die einen Funktionsverlust vieler Dörfer zur Folge hatten. Die Transformationskrise nach der Wende 1991 hatte negative Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Beschäftigung sowie auf die Bevölkerungsentwicklung. Die großen kollektivwirtschaftlichen Betriebe aus sozialistischer Zeit wurden aufgelöst und zahlreiche Industrien in peripheren ländlichen Regionen geschlossen. Heute weist der Großteil des ländlichen Raums in Estland negative demographische und sozioökonomische Tendenzen auf. Auch die Ausbildung der Grenze zu Russland im Osten hat in jüngerer Vergangenheit zur Unterentwicklung der peripheren Region am Peipus-See beigetragen. Ein hoher Minderheitenanteil ist wie im Fall des von Industrie und der Volksgruppe der Russen dominierten Bezirks Ida-Viru im Nordosten des Landes zudem ein weiterer Grund für die Strukturschwäche peripherer Regionen sein. Für die peripheren Bezirke waren ein starker Bevölkerungsrückgang in der Periode 1970-2015, eine hohe negative Abweichung vom Landesdurchschnitt im BIP pro Kopf 2014 und eine stark negative natürliche Bevölkerungsbewegung 2014 die Gemeinsamkeiten in den untersuchten Kennzeichen der Strukturschwäche. Stärkere Gesamtbevölkerungsabnahmen, hohe Erwerbslosenquoten und hohe negative Wanderungsraten im Jahr 2014 waren Merkmale, die nur auf einen Teil der peripheren Landkreise zutrafen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis describes the main reasons, indicators and consequences of the structural weakness of the peripheral regions of Estonia. Particular emphasis is put on the localisation of the peripheral regions on the district level as well as the description and analysis of the demographic and socioeconomic conditions in them. The focus of this analysis is on the rural deprivation in the peripheral regions based on the two case study counties, which are Viljandi in the south at the border with Latvia and VÕru in the southeast corner of the country at the border with Latvia and Russia.Massive migration outflows were registered in times of communism, which caused a decrease in functionality of many villages in the rural area. The transformation crisis in the 1990ies had negative effects on the economy, employment and population development. The large collective farms from socialist times were abolished and numerous industries in peripheral rural regions were closed down. Today, most of the peripheral rural districts show very negative demographic und socioeconomic tendencies. Even the demarcation of borders between Russia and Estonia has contributed to the underdevelopment of the peripheral border area in the recent past. Further, a high share of ethnic minorities can be a reason for the structural weakness of peripheral regions, as is the case with the county Ida-Viru at the northeast border with Russia. The common characteristics of the peripheral districts in Estonia were high negative population developments in the period 1970-2015, a lower level in the GDP per capita in 2014 as the nations average and a more negative natural population growth in 2014 in comparison to the central districts. A stronger decline in the population, higher unemployment rates and additionally a higher rate of outward migration in 2014 were characteristics which applied only to some of the peripheral districts.