Titelaufnahme

Titel
Das Verborgene achtsam enthüllen : eine qualitative Untersuchung über die kirchlich geprägten körperlichen Wahrnehmungen russisch-orthodoxer Migrantinnen vor und nach der Emigration nach Österreich / eingereicht von Valeryia Saulevich
Weitere Titel
Uncover concealed with delicacy : qualitative investigation on the church influenced bodily perceptions of Russian Orthodox women before and after the emigration to Austria
Verfasser/ VerfasserinSaulevich, Valeryia
Begutachter / BegutachterinAigner, Maria
ErschienenGraz, März 2016
Umfang112 Blätter : Einladung (1 Blatt) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Einladung zum Workshop "Körper, Kirche, Migration" beigelegt
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Russisch-Orthodoxe Kirche / Frau / Körpererfahrung
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-97960 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
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Das Verborgene achtsam enthüllen [7.15 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

DeutschDiese Untersuchung schafft den Rahmen für eine offene, sich an den persönlichen Erfahrungen von Frauen stützende Diskussion über den weiblichen Körper in der russisch-orthodoxen Kirche. Ihr Ziel besteht darin, die Körperwahrnehmungen der russisch-orthodoxen Migrantinnen im kirchlichen Kontext vor und nach der Emigration nach Österreich zu vergleichen. Drei Frauen aus Russland nehmen als Expertinnen an der Studie teil.Die Untersuchung baut auf den Prinzipien der qualitativen Sozialforschung auf. Die Forscherin experimentiert mit drei Methoden, die in einer kreativen Werkstatt verbunden werden: Skulpturieren mit Egli-Figuren, Schreiben und Erzählen. Da die Reflexion bei dieser Methodik nicht im Vordergrund steht, können die teilnehmenden Frauen näher an ihre sinnlichen und emotionalen Erlebnisse gelangen. Beim Vergleich der drei Fälle werden einerseits ähnliche oder gleiche Begriffe, Vorstellungen und Muster deutlich, die in der Kirche eingelernt werden. Diese werden aber von einzelnen Personen unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert und in die Selbstbilder integriert. Die Zurückhaltung wird in der russisch-orthodoxen Kirche als eine geeignete Umgangsform mit dem Körper angesichts seiner Unvollkommenheit betrachtet. Von den Frauen wird verlangt, dass sie in ihrem Aussehen und Verhalten der Inbegriff der körperlichen Zurückhaltung sind. Die Individualität der Frauen wird unterdrückt und ihre Erfahrungen werden nicht berücksichtigt, aber sie passen sich dem kirchlichen Frauenbild trotzdem an, um die Befreiung in der liturgischen Praxis zu erleben und nach den sinngebenden Inhalten weiter suchen zu können. Die Emigration weitet den kirchlichen Rahmen für die Frauen aus und macht eine Auseinandersetzung mit der religiösen Tradition möglich. Frauen geht es dabei darum, ihre heimische Tradition in den neuen kulturellen Kontext zu integrieren. Wie sie mit ihrem Körper umgehen, hängt mit dem Gelingen oder Misslingen der Integration zusammen.

Zusammenfassung (Englisch)

This investigation provides the space for an open discussion on the women body in the Russian Orthodox Church. It aims to compare the bodily perceptions of Russian Orthodox women in the church context before and after the emigration to Austria. The life experience of three orthodox women from Russia makes a center of inquiry.The investigation is based on the principles of the qualitative social research. It is an experiment with three methods, combined in the form of creative workshop: sculpting with Egli-figures, writing and telling. As reflection is not to the fore in this approach, the participating women are able to get closer to their sensual and emotional experiences. Though the comparison between the three cases reveals similar or same concepts and patterns, imprinted on the women by the church, those are individually perceived and interpreted by each person and integrated in their self-concepts. The restraint is regarded in the Russian Orthodox Church as an appropriate way to treat the body in view of its imperfection. Women are demanded to incorporate the bodily restraint in their appearance and behavior. Women individuality is oppressed and their experience is not taken into consideration, but despite of that they adjust themselves to the church-defined image of woman, so that they can experience relief and deliverance in the liturgical practice and continue to search for guidance in the church. Emigration makes it possible for the women to look beyond the church boarders and question their religious tradition. At the same time they try to integrate their home tradition into the new cultural context. How they treat their bodies, depends on the success or failure of the integration.