Titelaufnahme

Titel
"Man kann Geschichten und Erinnerungen nicht einfach wegräumen!" : das Gefühl der Heimatlosigkeit durch Flucht, Vertreibung und Bombardierung im Zweiten Weltkrieg in der Steiermark und Auswirkungen auf den Lebenslauf / vorgelegt von Bakk. phil. Barbara Weichhart
Weitere Titel
"You can't simply clear away stories and memories!" : the feeling of homelessness due to flight, expulsion, and bombing in Styria during the Second World War and its impact on biographies
Verfasser/ VerfasserinWeichhart, Barbara
Begutachter / BegutachterinWächter, Natalia
ErschienenGraz, 2016
UmfangXI, 256 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter) + 1 CD-ROM ; 1 Illustration
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Steiermark / Flucht / Vertreibung / Heimatlosigkeit / Geschichte 1939-1945
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-97631 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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"Man kann Geschichten und Erinnerungen nicht einfach wegräumen!" [1.6 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In der Arbeit soll geklärt werden, ob intranationale oder transnationale Migration während des Zweiten Weltkrieges zu einem Gefühl der Heimatlosigkeit geführt hat. Weiters wird erörtert, welche Folgen der vermeintliche Verlust der Heimat auf die spätere Lebensbiografie haben kann. Auch die Rolle, welche diese Thematik in der Sozialpädagogik spielt, wird diskutiert. Am Beginn steht ein kurzer geschichtlicher Überblick über den Bombenkrieg in der Steiermark. Da es sich um bereits Vergangenes handelt, werden anschließend allgemeine Informationen zu Erinnerung, Lebensgeschichte und Autobiographie gegeben. Des Weiteren werden kritische Lebensereignisse, Lebenskrisen und deren mögliche Bewältigung besprochen, wobei der Schwerpunkt auf den Zweiten Weltkrieg und auf die unmittelbare Nachkriegszeit gelegt wird. Um sich anhand des Konzepts der raumbezogenen Identität dem komplexen Konstrukt von Heimat anzunähern, werden zuvor theoretische Grundlagen der Identität abgehandelt. Damit wird es auch möglich, die Ursachen und Bedeutung von Heimatverlust zu interpretieren.Zur empirischen Überprüfung dieser Überlegungen, wurden qualitative Interviews mit sieben Zeitzeuginnen geführt. Diese haben alle ihren ursprünglichen Wohnort entweder kurzfristig oder langfristig durch Ausbombung oder Vertreibung verlassen. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aufgabe eines Wohnsitzes und des sozialen Umfelds aufgrund des Krieges in jedem Fall ein Gefühl der Heimatlosigkeit bewirkte. Auch wenn dies im Laufe der Jahre durch eine neue Heimat kompensiert wurde, so blieben doch die damit verbundenen starken Emotionen, wie Angst, Unsicherheit, Hilflosigkeit und Trauer, bis heute bestehen. Doch auch Dankbarkeit und Lebenszufriedenheit sind aufgrund der Ereignisse stark präsent. Da bereits einmal erfahren wurde, dass ein Heimatverlust nicht endgültig sein muss und ein neues Heimatgefühl wiedererlangt werden kann, gelang es, weitere Wohnortswechsel zu verarbeiten.

Zusammenfassung (Englisch)

This paper focuses on considerations whether intranational and transnational migration during the Second World War (WWII) caused a feeling of homelessness. Moreover, the author outlines the impacts of the probable loss of Heimat (home or feeling at home) on later biographies. What is more, the importance of social pedagogy to this topic is discussed.To begin with, a brief historical overview of the bombing of Styria during WWII is provided. As these events happened in the past, some general information is provided on memory, life stories, and biographies, followed by the analysis of critical life events, life crises, and coping strategies, placing particular emphasis on the period of WWII and the immediate postwar era. After some basic considerations on identities, the concept of place identity is employed to understand the complex construct of Heimat. This discussion enables interpreting the causes and the significance of losing Heimat.In order to provide empirical evidence for these reflections, qualitative interviews were conducted with seven witnesses of the War. All of them had to leave their original places of residence, be it temporarily, for a longer period of time, or even permanently due to bombing or expulsion. The assessment of the interviews was performed through qualitative content analysis.To sum up, all respondents, being forced to leave their residences and social environment due to the War, suffered from a feeling of homelessness. Even though this feeling was compensated for by a new home, the strong emotions related to it, such as fear, uncertainty, helplessness, and sadness, have remained to date. On the other hand, various circumstances have also evoked gratitude and life satisfaction. Having experienced that homelessness need not be an ultimate state and that a feeling of Heimat may be regained, has made it easier for the respondents to cope with later changes of residence.