Titelaufnahme

Titel
The Rising, the Somme and the Agreement : political memories in Northern Irish history education / vorgelegt von Vanessa Tautter
Verfasser/ VerfasserinTautter, Vanessa
Begutachter / BegutachterinKonrad, Helmut
ErschienenGraz, 2016
Umfang214 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheEnglisch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Nordirland / Geschichtsunterricht / Kollektives Gedächtnis
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-97488 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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The Rising, the Somme and the Agreement [2.62 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Diplomarbeit untersucht das Verhältnis zwischen gruppenspezifischen politischen Gedächtnissen und Geschichtsunterricht in ‚katholischen‘ und ‚protestantischen‘ Schulen in Nordirland. Schwerpunkt der Analyse ist, inwiefern Mythen über die Vergangenheit im Unterricht weitergegeben oder dekonstruiert werden, der Unterricht von diesen einseitigen Interpretationen beeinflusst wird und ob dieser sich andererseits auf das kollektive Gedächtnis auswirkt. Hierbei wird beispielhaft die Behandlung des Osteraufstandes, der Schlacht an der Somme und des Karfreitagsabkommens im Lehrplan und in drei Schulbüchern analysiert. Zusätzlich wurde zur Komplementierung dieser Analyse eine Umfrage unter ehemaligen Schüler_innen durchgeführt. Um Verständnis für diese komplexen Zusammenhänge zu fördern, werden der geschichtliche Hintergrund beleuchtet, Theorien über das kollektive Gedächtnis und dessen Bedeutung für Nationsbildung und ethnischen Konflikt vorgestellt und die Strukturen des nordirischen Bildungssystems erklärt. Die Forschungsergebnisse weisen auf gruppenspezifische Unterschiede als auch auf gruppenübergreifende Gemeinsamkeiten hin. Zum einen beeinflussen einseitige Denkmuster die Themenwahl und die in der Klasse vertretenen Meinungen, zum anderen werden politische Narrative hingegen durchwegs auch hinterfragt. Da dieses Hinterfragen in der Schulpraxis jedoch nur begrenzt geschieht, werden Mythen nur bedingt dekonstruiert und kontroverse Themen von manchen Lehrpersonen vermieden. Zusätzlich erscheint Geschichtsunterricht kaum Meinungsänderungen unter SuS zu bewirken und wird von ihnen u.a. zur Untermauerung ihrer Ansichten verwendet. Obwohl sich politische Gedächtnisse und Geschichtsunterricht generell gegenseitig beeinflussen, erscheint der Einfluss der Gedächtnisse auf den Unterricht stärker zu sein, da gruppenspezifische Narrative in der Gesellschaft omnipräsent sind, während es im Unterricht häufig keine einheitlichen Ansätze zur Verarbeitung der Vergangenheit gibt.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis investigates the reciprocal relationship between community-specific political memories and formal history education in ‘catholic and ‘protestant schools in Northern Ireland. It analyzes the extent to which myths about the past are conveyed or deconstructed in history lessons, the ways in which these lessons are affected by partial interpretations and, on the other hand, whether history classes influence the collective memory. In order to do so, the portrayal and coverage of the Easter Rising, the Battle of the Somme and the Good Friday/Belfast Agreement are exemplarily examined in the Northern Irish history curriculum, three textbooks and the survey responses of former post-primary students. To enhance the understanding of the complex subject matter, historical background information is provided, theories concerning the collective memory and its implications for nation-building and ethnic conflict are introduced and general structures of the Northern Irish education system outlined. The findings of this research indicate community-specific differences as well as intercommunity similarities. While ‘hidden curricula and biased beliefs affect the selection of content and the views expressed in class, political narratives are also investigated and questioned. Yet, as this is solely done in a limited way, the extent to which myths are actually deconstructed often remains restricted, and reluctant teachers continue to avoid addressing contentious issues. Additionally, formal history education appears to hardly induce changes of opinion among students and is occasionally even used to substantiate previously held beliefs. Even though political memories and history education mutually influence each other, the impact of the former on the latter appears to be stronger as community-specific narratives are omnipresent in society and education often lacks a coherent approach of how to deal with the past, especially with its contentious aspects.