Titelaufnahme

Titel
Genetic diversity of gudgeons in the Austrian Danube system / conducted by: Lukas Zangl, BSc
Verfasser/ VerfasserinZangl, Lukas
Begutachter / BegutachterinKoblmüller, Stephan
ErschienenGraz, April 2016
Umfang62 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
SchlagwörterDonau / Österreich / Gründlinge
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-97299 Persistent Identifier (URN)
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Genetic diversity of gudgeons in the Austrian Danube system [1.92 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Gründlinge sind kleine, morphologisch äußerst variable Fische aus der Familie der Cypriniden. Aufgrund dessen unterlag ihre Systematik und Taxonomie zahlreichen Überarbeitungen. Der zunehmende Einsatz molekularer Daten lieferte laufend neue Erkenntnisse bezüglich Artunterteilung, Taxonomie, geographischer Verbreitung, und dem Auftreten von intergenerischer sowie interspezifischer Hybridisierung. Aktuelle Studien befassten sich v.a. mit der Systematik, Phlyogenie und Phylogeographie von ost- und südosteuropäischen Gründlingsarten. Diese Arbeit behandelt Gründlinge des österreichischen Donausystems, da die genaue Artenzusammensetzung bzw. zugehörigkeit in diesen Gewässern erstaunlicherweise noch unbekannt ist. Es wurden DNA-Sequenzen von einem nuklearen (RPS7) und zwei mitochondriellen (COI, D-LOOP) Genen von 139 Individuen der Gattungen Gobio und Romanogobio generiert und im Kontext mit bereits veröffentlichten Gründlingsdaten aus ganz Europa analysiert. Sowohl phylogenetische Analysen, als auch die Konstruktion von Haplotypnetzwerken lassen auf einen Hybridschwarm der Gattung Gobio im österreichischen Donausystem schließen. Dieser Hybridschwarm setzt sich aus drei mitochondriellen Linien zusammen, die genetische Ähnlichkeiten mit west-, ost- und südosteuropäischen Arten der Gattung Gobio aufweisen. Die genetischen Distanzen zwischen diesen Linien lassen ein Alter von ungefähr einer Million Jahren vermuten und datieren somit den Ursprung dieser mitochondriellen Linien noch vor den letzten Glazialphasen des Pleistozäns. Die geringen genetischen Distanzen innerhalb dieser Linien lassen eine postglaziale Rekolonialisierung des österreichischen Donausystems vermuten. Im Gegensatz zu Gobio trennen sich die vier Arten der Gattung Romanogobio (inklusive einer neuen, möglicherweise in der oberen Mur endemischen Art) deutlicher auf. Diese unterscheiden sich sowohl morphologisch, als auch genetisch klar voneinander, wenngleich auch zwischen diesen Arten Anzeichen von vergangener und/oder gegenwärtiger intergenerischer und interspezifischer Hybridisierung festgestellt wurde.

Zusammenfassung (Englisch)

Gudgeons represent small, morphologically highly variable cyprinid fish. As a consequence, their systematics and taxonomy has been subject of numerous revisions. With the increased use of molecular data new light is shed on species subdivision, taxonomy, geographic distribution and patterns of interspecific and intergeneric hybridization. Recent studies on systematics, phylogeny and phylogeography of gudgeons mainly focused on eastern and southeastern European species. Here, I focus on gudgeons from the Austrian Danube system, as it is not yet clear which species actually inhabit the Austrian Danube system. Therefore I generated sequences from 139 specimen of the genera Gobio and Romanogobio of one nuclear (RPS7) and two mitochondrial (COI, D-LOOP) genes and analyzed them together with previously published data on gudgeons from all over Europe. Phylogenetic inference as well as haplotype network construction suggest that the Austrian Danube system is inhabited by a Gobio hybrid swarm. This hybrid swarm comprises three divergent mitochondrial lineages that cluster with western, eastern and southeastern Gobio species, respectively. Genetic distances among these mitochondrial lineages suggest that these lineages diverged about one million years ago, thus predating the last few glacial cycles of the Pleistocene. Little intra-lineage divergence imply recent, probably postglacial recolonization and admixture of these lineages in the Austrian Danube system is observed. In contrast, the four Romanogobio species native to Austria (including a new species presumably endemic to the upper Mur River) appear more clearly defined both in terms of morphology and genetics, despite signatures of occasional past and/or ongoing intergeneric and interspecific hybridization.