Titelaufnahme

Titel
Kriegsvergewaltigung : eine kritische Auseinandersetzung mit der feministischen Perspektive von Susan Brownmiller am Beispiel des Zweiten Weltkrieges / Marion Stopfinger
Weitere Titel
War rape : a critical examination of the feministic perspective of Susan Brownmiller considering as example the Second World War
Verfasser/ VerfasserinStopfinger, Marion
Begutachter / BegutachterinHaring, Sabine
ErschienenGraz, Dezember 2015
Umfang78 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2015
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Weltkrieg <1939-1945> / Vergewaltigung / Frauenfeindlichkeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-96949 Persistent Identifier (URN)
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Kriegsvergewaltigung [0.99 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Kriegsvergewaltigung am Beispiel des Zweiten Weltkrieges unter Berücksichtigung der feministischen Perspektive von Susan Brownmiller. Die Journalistin und Frauenrechtlerin gilt seit dem Erscheinen ihres Werkes „Gegen unseren Willen“ (1975) in den USA als Pionierin auf diesem Gebiet und ihr Werk nahm maßgeblichen Einfluss auf den wissenschaftlichen Diskurs zu diesem Themengebiet. Im Zentrum der Masterarbeit steht deshalb die kritische Auseinandersetzung mit der zentralen These Brownmillers, wonach die Ursache für Kriegsvergewaltigungen im universellen Frauenhass der Männer zu suchen ist. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob es wirklich gerechtfertigt ist, einen generellen Frauenhass zu unterstellen, der sich nur in Kriegszeiten besonders stark Bahn bricht. Zu diesem Zwecke werden den Ausführungen Brownmillers die neuesten Studien und Erkenntnisse zu den unterschiedlichen Kriegsparteien im Zweiten Weltkrieg gegenübergestellt, welche nicht in der Tradition Brownmillers argumentieren. Hier wären zu nennen: „Als die Soldaten kamen“ (2015) von Miriam Gebhardt, „Wehrmacht und sexuelle Gewalt“ (2004) von Birgit Beck, „Taken by Force“ (2007) von J. Robert Lilly und „Stalins Soldaten in Österreich“ (2012) von Barbara Stelzl-Marx usw. Das Resümee dieser Masterarbeit ist, dass zwar der Beitrag zur „Enttabuisierung“ der Thematik der Kriegsvergewaltigung durch Brownmiller und die WissenschaftlerInnen feministischer Couleur nicht gering zu schätzen ist, dass hier allerdings oftmals das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse der Ächtung solcher Taten untergeordnet wird. Deshalb schließt diese Masterarbeit mit einem Plädoyer für eine soziologische Analyse mittels der „mikrosoziologischen Theorie der Gewalt“ nach Randall Collins und des „Habitus-Konzeptes“ nach Norbert Elias, die das „Verstehen“ bei der wissenschaftlichen Diskussion um die Ursachen für Kriegsvergewaltigungen wieder in den Vordergrund rücken soll.

Zusammenfassung (Englisch)

The present Master Thesis is concerned with the phenomenon of war rape using the example of World War II in due consideration of the feministic perspective of Susan Brownmiller. This journalist and feminist is since the publication of her literary work “Against Our Will “ in 1975 in the USA regarded as pioneer for this subject and her work has significantly shaped the academic discourse of this topic. The central point of the Master Thesis is therefore the critical examination of the basic assumption of Brownmiller that the true reason for war rape is the universal contempt for women by men. The central research question is: Is it really justified to assume a misogyny in general, which is only particularly striking out in war times? For this purpose are statements of Brownmiller contrasted with the latest studies and findings on the involved actors of World War II which do not argue in the tradition of Brownmiller. These are in particular “Als die Soldaten kamen” (2015) from Miriam Gebhardt, “Wehrmacht und sexuelle Gewalt“ (2004) from Birgit Beck, “Taken by force“ (2007) from J. Robert Lilly and “Stalins Soldaten in Österreich“ (2012) from Barbara Stelzl-Marx amongst others. The conclusion of this Master Thesis is that the contribution to the removal of taboos of the subject war rape by Brownmiller and other feministic academics should not be undervalued, however, the cognitive interest is often subordinated to the proscription of such actions. Therefore this Master Thesis is concluded with a plea for a sociological analysis by the means of the “micro sociological theory of violence” by Randall Collins or the “Habitus-concept” by Norbert Elias which bring to the fore the “understanding” of the causes of war rape in the academic discourse.