Titelaufnahme

Titel
Recent advances in the phylogeography and population genetics of brown trout (Salmo trutta L.) in Austria / vorgelegt von Tamara Schenekar
Weitere Titel
Neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der Phylogeografie und Populationsgenetik der Bachforelle (Salmo trutta L.) in Österreich
Verfasser/ VerfasserinSchenekar, Tamara
Begutachter / BegutachterinWeiss, Steven
ErschienenGraz, November 2015
Umfang139 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Karten, Diagramme
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, 2015
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers / der Verfasserin
Zusammenfassung in deutscher und in englischer Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Forelle / Phylogeografie
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-96672 Persistent Identifier (URN)
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Recent advances in the phylogeography and population genetics of brown trout (Salmo trutta L.) in Austria [26.72 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Bachforelle (Salmo trutta) ist eine der kommerziell bedeutendsten Süßwasserfische Europas. Die meisten Besatzfische entstammen der atlantischen Linie und atlantisch-stämmige Fische in Österreich wurden lange Zeit allesamt als Besatzfische angesehen. Um den natürlichen oder anthropogenen Ursprung von atlantischen Fischen in einem kleinen Flusssystem in Niederösterreich festzustellen, haben wir ein hochauflösendes Typisierungsprotokoll entwickelt. Es stellte sich heraus, dass die atlantischen Fische einer atlantischen Unterlinie entstammen, welche sich deutlich von der weit verbreiteten Zuchtlinie unterscheidet. Weiters stellten wir eine Hypothese von mehreren postglazialen Besiedelungswellen durch Bachforellen in Österreich auf. In einer zweiten Studie bestätigte sich die Vorherrschaft der atlantischen Zuchtlinie im Großteil Österreichs. Zwischen den rein danubischen Populationen fanden wir starke Unterschiede und Aufspaltungszeiten, welche bis in das letzte Interglazial zurückdatieren. Dies deutet auf das Vorhandensein von mehreren, isolierten Rückzugsgebieten während der letzten Eiszeit hin. In einer dritten Studie befassten wir uns mit den genetischen Auswirkungen der permanenten Vermischung durch Besatzmaßnahmen und der darauffolgenden Einkreuzungen von Fischen einer fremden genetischen Linie in natürliche Populationen in Österreich. Während autochthone Wildpopulationen stärker von genetischer Drift beeinflusst zu sein scheinen, beobachteten wir einen relativ stärkeren Selektionsdruck auf adaptive Loci in den Zuchtpopulationen. Da die Umweltbedingungen in Zuchten sich meist drastisch von jenen in freier Wildbahn unterscheiden, könnte dieser Selektionsdruck genetische Varianten bevorzugen, welche für Fische, in einer natürlichen Umgebung ausgesetzt, nachteilig sind. Die Einkreuzung solcher nachteiligen Allele in eine ansässige Population könnte eine der Ursachen für die oft beobachtete Fitnessreduktion von vermischten Populationen sein.

Zusammenfassung (Englisch)

The brown trout (Salmo trutta) is commercially one of the most important freshwater fish species in Europe and extensively managed throughout its native range. Most of hatchery-bred fish that are used for stocking have been found to be of the Atlantic lineage and there has long been a consensus on the hatchery-bred origin of the Atlantic fish in Austria. To verify the native versus anthropogenic source of Atlantic fish found in a small river system in Lower Austria, we developed a high-resolution screening protocol. We identified the Atlantic fish in an admixed population to be of an Atlantic subclade, clearly differentiated from the common hatchery lineage. Further we postulate multiple post-glacial waves of range expansion of brown trout in Austria. In a second study we confirmed the predominance of the Atlantic hatchery strain in most parts of Austria. Purely Danubian populations showed deep inter-population splits, with splitting times dating into the last interglacial, indicating the existence of multiple, isolated refugia during the last glaciation. In a third study we focused on assessing the genetic consequences of the ongoing admixture through stocking activities and subsequent introgression of foreign-lineage fish into native Austrian populations. Wild, autochthonous populations appeared to be more influenced by genetic drift than selection. In contrast, we observed a relatively stronger selection pressure acting on the adaptive loci in hatchery populations than in wild populations. As captive environments are often characterized by drastically altered conditions compared to their wild counterparts, this selection pressure might favour genetic variants that are maladaptive for individuals that are released into wild environments. The introgression of these maladaptive alleles into the resident population might be one of the causative factors of the often documented fitness decline in admixed populations.