Titelaufnahme

Titel
Der Arabische Frühling - eine Chance für mehr Entwicklung? : eine Betrachtung der gesellschaftspolitischen Prozesse in Ägypten / Christiane Wind
Weitere Titel
The Arab Spring - an opportunity for development? : An analysis of socio-political processes
Verfasser/ VerfasserinWind, Christiane
Begutachter / BegutachterinPrisching, Manfred
ErschienenGraz, 2015
Umfang85 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2015
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Abstracts in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
SchlagwörterÄgypten / Arabischer Frühling
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-95765 Persistent Identifier (URN)
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Der Arabische Frühling - eine Chance für mehr Entwicklung? [0.77 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sozialen und politischen Geschehen in Ägypten vor und nach dem Arabischen Frühling und mit der Frage, warum die Revolution gerade zu diesem Zeitpunkt ausgebrochen ist, obwohl bereits über einen längeren Zeitraum dieselben politischen und sozioökonomischen Zustände herrschten. Das Augenmerk wird dabei auf die Rolle der zivilgesellschaftlichen Akteure (NGOs, Vereine, religiöse Gemeinden, Medien) vor, während und nach der Transformation gelegt. Den theoretische Rahmen bilden das Buch „Warum Nationen scheitern“ (Acemoglu/Robinson 2013) und die darin vorgestellte Institutionentheorie, die der Tradition der Neuen Institutionenökonomie zugeordnet werden kann. Dabei wird die politische Dimension von Institutionen in den Vordergrund gerückt. Durch die ungleiche Verteilung politischer Macht wird die Entwicklung von Institutionen beeinflusst. Ein Wandel des vorherrschenden politischen Systems kann nur auf eine Änderung von politischen Institutionen durch einschneidende Umbruchsphasen wie Revolutionen zurückgeführt werden. Für diesen notwendigen Wandel ist eine pluralistische politische Umgebung mit unabhängigen zivilgesellschaftlichen Akteuren und unabhängigen Medien notwendig. Das dadurch entstandene Mehr an Mitspracherecht für die Bevölkerung führt dazu, dass sich alle am politischen Geschehen und an der Gesetzgebung beteiligen können und Korruption und Benachteiligungen vermindert werden können. Für Ägypten kann gezeigt werden, dass ein sehr enges Verhältnis zwischen politischen und wirtschaftlichen Institutionen besteht und diese oft nicht klar voneinander getrennt werden können. Politische Ämter, Monopolstellungen und Vergünstigungen für regimenahe Personen beschreiben die Verflechtung von politischen und wirtschaftlichen Institutionen in Ägypten. Dies und das Verharren in autoritären Strukturen führen dazu, dass nicht von einem langfristigen Erfolg des Arabischen Frühlings gesprochen werden kann.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis deals with the social and political events before, during and after the so-called Arab Spring in Egypt in 2011. The author asks why this revolution has just started particularly at this time, although the same political and socio-economic conditions have prevailed already over a long period of time. The master thesis focuses on the role of civil society actors like Non-Governmental Organisations (NGOs), public associations and organisations, religious communities and the media before, during and after the revolution. The book „Why nations fail“ (Acemoglu/Robinson 2013) creates the theoretical framework, in which the authors introduce a theory of institutions which can be associated with the tradition of the New Institutional Economics. They focus on the political dimension of institutions. Thus the development of institutions, especially developing economic institutions, is influenced by the unequal distribution of political power. A change of prevailing political circumstances can be caused only by a radical transition phase like a revolution. For this purpose a pluralistic political environment with a freely acting civil society and an independent media is necessary. This environment creates a greater say for the general population and means that all stakeholders can participate in the political process. Corruption, repression and entry barriers for companies and individuals can be reduced. It can be shown that the existing relationship between political and economic institutions in Egypt is very close. And this interdependence cannot be distinguished very clearly. Political offices, monopolies and privileges for individuals close to the regime describe the intertwining structures of political and economic institutions in Egypt. These circumstances and the persistence of authoritarian structures lead to the conclusion, that the changes caused by the Arab spring were not established effectively in a long term view.