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Title
Gefährden institutionelle Wohnformen die Würde von Menschen mit Behinderungen? : das gesellschaftspolitische Verdikt gegen Spezialeinrichtungen mit medizinisch-pflegerischem Schwerpunkt aus ethischer Sicht / eingereicht von Claudia Hirzenberger, BSc.
Additional Titles
Institutional care - a risk to the dignity of people with disabilities?
AuthorHirzenberger, Claudia
CensorRuckenbauer, Hans-Walter
PublishedGraz, 2015
Description90 Blätter : Illustration
Institutional NoteKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2015
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (GND)Behindertenpolitik / Ethik
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-94962 Persistent Identifier (URN)
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Gefährden institutionelle Wohnformen die Würde von Menschen mit Behinderungen? [0.76 mb]
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Abstract (German)

In jüngster Zeit gibt es vermehrt Kritik an institutionellen Betreuungsformen für Menschen mit Behinderungen. Insbesondere spitalsähnlichen Großeinrichtungen wird vorgeworfen, Hospitalisierungen zu fördern und die Autonomierechte von behinderten Menschen ungerechtfertigt zu beschneiden. In Österreich wird auf gesellschaftspolitischer Ebene sogar die Schließung von Spezialeinrichtungen gefordert. Menschen mit Behinderungen haben jedoch zweifellos unterschiedliche (Wohn-)Bedürfnisse, die der Art ihrer Einschränkungen und der jeweils nötigen Unterstützung korrespondieren. Wenn es darum geht, die geeignete Wohnform von Menschen mit Behinderungen zu finden, müssen die Bedürfnisse differenziert betrachtet werden. Das moralphilosophische Konstrukt des Principlism nach Tom L. Beauchamp und James F. Childress bietet dafür eine praktikable Orientierung. Anhand der klassischen vier Prinzipien (Nicht-Schaden, Autonomie, Fürsorge und Gerechtigkeit) wird die Frage analysiert, ob spezielle Wohnformen die Würde eines Menschen verletzen können. Die gewonnenen Einsichten begründen die Folgerung, dass sich das Spektrum der angebotenen Wohnformen von weitgehend selbständigem Wohnen, über wohngruppenähnliche Einrichtungen bis hin zur spitalsähnlichen Institution erstrecken sollte, um allen realen Bedürfnissen zu genügen.Mit der Schließung von Spezialeinrichtungen kann Menschen erheblich geschadet werden. Deshalb kann es als ethisch höchst problematisch gelten, wenn nur mehr Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit geringen Beeinträchtigungen angeboten werden.

Abstract (English)

Recently, institutional care for people with disabilities has been in the centre of controversial debate. Major hospital-like institutions, in particular, are being criticized for fostering hospitalization and restricting the autonomy of people with disabilities in an unwarrented way. In Austrias socio-political discourse even closing specialized institutions is being considered.It is undisputed, that people with disabilities have varied needs concerning accomodation and care, depending on their respective handicaps. To provide adequate accommodation for persons with disabilities, individual requirements have to be taken into account. In this context, the moral-philosophical concept of Principlism by Tom L Beauchamp and James F. Childress provides useful orientation. The question, whether a specific form of accommodation infringes human dignity, should be tackled in relation to the four core principles (nonmaleficence, autonomy, beneficence and justice). The appropriate findings will lead to the conclusion, that the range of eligible accommodation should vary from mostly autonomous and group accommodation to hospital-like institutions to meet individual requirements.Closing down specialized institutions may result in serious disadvantages for people with disabilities. Therefore it has to be considered ethically doubtful, if available accommodation and care are only adequate for people with minor disabilities in the future .

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