Titelaufnahme

Titel
Das Auge der Klimaforschung findet das Gehör der Wissenschaftsforschung / Mag. Phil. Stefan Reichmann, BA
Weitere Titel
The visual organization of climate science through the lens of sonification
Verfasser/ VerfasserinReichmann, Stefan Egon
Begutachter / BegutachterinFleck, Christian
ErschienenGraz, Jänner 2016
Umfang120 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Klimatologie / Wissenschaftssoziologie
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-94608 Persistent Identifier (URN)
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Das Auge der Klimaforschung findet das Gehör der Wissenschaftsforschung [1.15 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Untersuchung weist zwei Themen auf: Zum einen unternimmt sie eine Beschreibung der Klimaforschung am Boden der ethnographischen Wissenschaftssoziologie (Laboratory Studies). Zum anderen werden die methodischen Zugänge und empirischen Erträge des Projekts „SysSon-A Systematic Procedure to Develop Sonifications“ reflektiert. Das Projekt war der Entwicklung eines Sonifikationstools für Klimadaten gewidmet und stellt entsprechend reichhaltiges ethnographisches Material über Visualisierung in der Klimaforschung bereit, das unter Rückgriff auf Karin Knorr Cetinas Konzept „Wissenskultur“ einer Sekundäranalyse unterzogen wird. Der Begriff „Wissenskultur“ entstammt der kulturvergleichenden Untersuchung zweier wissenschaftlicher Disziplinen und beschreibt jene Bündelungen von Technologien, Wissensbeständen und Praktiken, die für die Produktion (gesicherten) Wissens konstitutiv sind. Kennzeichnend für eine Wissenskultur sind epistemische Strategien. Damit meint Knorr Cetina (1999) jene Strategien, die abseits methodologischer Regeln den Forschungsprozess anleiten und ein disziplinspezifisches Gepräge aufweisen. Für die Klimaforschung wird gezeigt, dass sie im Medium der Simulation prozessiert. Simulationen als epistemische Strategien zielen darauf ab, die Unbeobachtbarkeit dynamischer Systeme zu überbrücken: Klimaforschung zielt auf Zukunftsprognose, für die allerdings nur in der Vergangenheit gemessene Daten zur Verfügung stehen. Die Analyse stützt sich auf eine Rekonstruktion der Beziehungen zwischen Modellen, Messungen und Simulationen von Klimasystemen. Dabei zeigt sich, dass die Klimaforschung eine hochgradig digitalisierte Disziplin ist, wodurch die Anforderungen an die Klimaforscher_innen in Richtung Programmentwicklung verschoben werden. Wissenskulturen scheinen empirisch heterogener zu sein, als Knorr Cetinas Fallstudien nahelegen.

Zusammenfassung (Englisch)

This study has two themes, one major and one minor. The major theme is the description of the epistemic culture (Knorr Cetina 1999) that makes up climate science. The minor theme is the sonification of climate data undertaken during the project “SysSon A Systematic Procedure to Develop Sonifications” and its results on climate data visualizations. The ethnographic material produced in its course provides ample sources for re-analysis. This re-analysis builds on the classic Laboratory Studies of the 1970ies. Knorr Cetinas “Epistemic Cultures” (1999) theorizes results of earlier work in connection with her own cultural approach to the sociology of science. In comparative studies she found that disciplines employ very different epistemic strategies (i.e. strategies designed to guide research apart from methodological considerations) to cope with research contingencies, and hence gave empirical credence to the notion of a “disunity of the sciences”. In climate science, the prevailing epistemic strategy is simulation. Simulation is used to bridge the gap between past observations and future projections. Climate science is a highly digitalized discipline, valorizing the programming skills of its practitioners. Yet, it appears to be, to borrow Knorr Cetinas (1999) term, relatively closed off from the empirical world, as it proceeds through constant framing and mutual correction of observations and models. The purpose of visualization in climate science lies in data exploration. Epistemic cultures then appear to be more heterogeneous than Knorr Cetinas work suggests.