Titelaufnahme

Titel
Reproduktive Isolation durch Partnerwahl zwischen einer Hybrid- und einer Hybrideltern-Population bei Tropheus moorii / Nina Neuhüttler
Weitere Titel
Reproductive isolation via mate choice between a hybrid and a parental population in Tropheus moorii
Verfasser/ VerfasserinNeuhüttler, Nina
Begutachter / BegutachterinSefc, Kristina
ErschienenGraz, 2015
Umfang43 Blätter : 2 Blatt Zusammenfassung ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2015
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Tropheus / Partnerwahl
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-94426 Persistent Identifier (URN)
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Reproduktive Isolation durch Partnerwahl zwischen einer Hybrid- und einer Hybrideltern-Population bei Tropheus moorii [2.29 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Buntbarsche stellen in ihrer Vielfalt einen hervorragenden und gut untersuchten Modellorganismus dar, um die Prozesse von Evolution und Artbildung besser zu verstehen. Die Gattung Tropheus aus dem Tanganjikasee ist mit über 100 Farbvarianten ein beeindruckendes Beispiel für Diversifikation. Die meisten Farbmorphen sind derzeit allopatrisch verbreitet, jedoch scheint Hybridisierung eine wichtige Rolle in der Entstehungsgeschichte gespielt zu haben. Dies eröffnet die Möglichkeit zur Artentstehung durch Hybridisierung. Große und kleinere Seespiegelschwankungen führten in der Vergangenheit zu wiederholter Separation und sekundärem Kontakt zwischen den Populationen. Assortative Partnerwahl bestimmt dabei wesentlich das Maß an reproduktiver Isolation und Introgression.Genetische Analysen belegen, dass die gelben Populationen vom südlichen Teil des Tanganjikasees einen Hybridursprung aufweisen und vermutlich aus den benachbarten roten und blauen Farbmorphen entstanden sind. Dies könnte auf eine starke Seespiegelschwankung vor etwa 100.000 Jahren zurückzuführen sein, wodurch die getrennten Populationen wieder in Kontakt kamen. Der Fluss Lufubu stellt eine große geografische Barriere für die blauen Populationen und die gelbe Farbvariante dar und trennt diese markanter als die roten Populationen von den gelben. Es wurden Partnerwahl-Experimente mit den Weibchen der gelben Hybridmorphe durchgeführt, die die Wahl zwischen homotypischen und heterotypischen blauen Männchen hatten. Das Balzverhalten wurde zur Bestimmung der Weibchen-Präferenz herangezogen.Die Ergebnisse zeigen, dass sich noch keine reproduktive Isolation zwischen der Hybridform und der blauen Elternmorphe entwickelt hat. Es konnte keine Verschiebung in der Häufigkeit des Balzverhaltens in Richtung einer Morphe festgestellt werden. Es bedarf wahrscheinlich noch mehr Zeit, um assortatives Paarungsverhalten zu entwickeln, was der nächte Schritt in Richtung Hybrid Speciation wäre.

Zusammenfassung (Englisch)

Cichlids represent an excellent and well-studied model organism for studying the processes of evolution and speciation. The genus Tropheus from Lake Tanganyika with its more than 100 color morphs is an impressive example of diversification. Nowadays most of the color morphs are found allopatrically, but hybridization seems to play an important role in their origin, which opens up the possibility for hybrid speciation. Ancient major and minor lake level fluctuations led to repeated periods of separation and secondary contact of the different populations. Assortative mate preferences thereby determine the degree of reproductive isolation and introgression.Genetic data demonstrate that the yellow populations from the southern part of Lake Tanganyika have a hybrid origin and might have developed from adjacent red and blue color morphs. This could be explained by a major lake level fluctuation about 100.000 years ago, where the differentiated populations came into secondary contact. Afterwards, the Lufubu river estuary constituted a massive habitat barrier between the blue populations and the yellow color variants, such that separation between the yellow hybrid morph and the blue parent morph is more strict than separation between the hybrid and the red populations. Two-way female choice experiments were conducted, at which the females from the yellow hybrid population could choose between homotypic and blue heterotypic males. Courtship behavior was analyzed to evaluate female preferences.The results show that no reproductive isolation has yet evolved between the hybrid and the blue parental morph. No bias in courtship behavior into the direction of one morph could be detected. Presumably, the process of developing assortative mating preferences will take more time, which would be the next step to hybrid speciation.