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Title
Die EU-Richtlinie über verwaiste Werke und ihre Umsetzung in Österreich / Ruth Maria List
AuthorList, Ruth Maria
CensorWalter, Michael
Published2014
Description71 Bl.
Institutional NoteGraz, Univ., Masterarb., 2014
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (GND)Österreich / Verwaistes Werk / Urheberrecht
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-94029 Persistent Identifier (URN)
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Die EU-Richtlinie über verwaiste Werke und ihre Umsetzung in Österreich [0.74 mb]
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Abstract (German)

Verwaiste Werke sind urheberrechtlich geschützte Werke, deren Rechteinhaber nichtermittelbar oder auffindbar sind. Sie sind zwar kein neues Phänomen, deren Existenzwurde aber im Zuge von Digitalisierungsprojekten sichtbar. Vor allem Gedächtniseinrichtungenwurden bei Massendigitalisierungen von Sammlungsbeständen und Archivenmit dem Problem konfrontiert, dass sie verwaiste Werke mangels Möglichkeitenzur Rechteklärung nicht in Online-Bibliotheken mitaufnehmen konnten. Denn dieöffentliche Zugänglichmachung ist eine Verwertungsart, die der Zustimmung desRechteinhabers bedarf. Daran ändert die Tatsache nichts, dass der Rechteinhabernicht auffindbar ist. Aufgrund der beträchtlichen Anzahl an verwaisten Werken in Archivbeständendrohte eine "Lücke des 20. Jahrhunderts" in Online-Bibliotheken. Dasehrgeizige Projekt der europäischen Bibliothek Europeana hat den entscheidendenAnstoß dafür gegeben, eine europäische Richtlinie zur Nutzung verwaisterWerke zu erlassen. Die OrphanWorks-RL ermöglicht es nunmehr, verwaiste Werkeunter bestimmten Voraussetzungen online zugänglich zu machen. Zu diesem Zweckwurden EU-weit einheitliche Standards für die Klassifikation als verwaistes Werk geschaffen,die Nutzung des verwaisten Werkes ist sodann auf Basis einer gleichzeitigneu eingeführten Schrankenregelung in der gesamten Union gestattet. Nutzerkreisund erlaubte Nutzungsarten sind sehr eng gefasst, kommerzielle Nutzungen sindgänzlich ausgeschlossen. Die Praxistauglichkeit der OrphanWorks-RL muss sich allerdingserst zeigen, sowohl für die nutzenden Einrichtungen im Hinblick auf eine effizienteDurchführung von Massendigitalisierungen als auch für nachträglich auftauchendeRechteinhaber in Bezug auf die Durchsetzung ihrer Ansprüche auf angemesseneVergütung. Dabei darf dennoch nicht verkannt werden, dass die Orphan-Works-RL erstmals eine grundsätzliche Lösung dafür gebracht hat, dass verwaisteWerke EU-weit legal genutzt werden können.

Abstract (English)

Orphan Works are works protected by copyright whose rightholders cannot be found or identified. The phenomenon of Orphan Works is not new but was found to be an obstacle for digtisation projects conducted in recent years. Especially libraries, museums and archives faced problems in the context of mass digitisation projects as there was a lack of right clearence mechanisms. However, prior authorisation of the rightholders is required in order to make the works available to the public online. The fact that the rightholder cannot be identified or located does not alter the requirement of authorisation. Facing the huge amout of Orphan Works contained in archives experts worried about future online libraries affected by a "knowledge gap comprising the 20th century". The Europeana Digital Library project was the decisive impulse for the adoption of the Directive on certain permitted uses of Orphan Works. The Directive states common rules on how to identify and classify Orphan Works and allows certain beneficiary organisations to make use thereof by introducing a new copyright limitation. The permitted uses of Orphan Works have a very limited scope as well as the benficiary organisations are defined in a quite narrow way. The commercial use of orphan works is not allowed at all. Allthough the suitability of the new mechanism for rights clearance of the OrphanWorks-Directive is not clear yet, it has to be recognized that the Directive now allows for the first time for a lawful use of Orphan Works throughout the European Union.

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