Über mcsj

›mcsj› freut sich über Beiträge sowohl junger als auch etablierter WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und PraktikerInnen auf Englisch und in anderen Sprachen. Es befasst sich mit:

  • Mobilitäten von Menschen, Dingen, Ideen, Informationen und Praktiken
  • kulturellen und sozialen Mobilitäts-Phänomenen und ihren Gegenströmungen
  • der historischen Herausbildung von Mobilitätspraktiken und wechselnder Konzepte von Mobilität
  • Repräsentationen von Mobilitäten in der mündlichen und visuellen Kultur

Neben wissenschaftlichen Artikeln mit Bezug zum jeweiligen Hauptthema veröffentlicht ›mcsj› Buchbesprechungen und sonstige Inhalte wie Kurzgeschichten, atmosphärische und zum Nachdenken anregende Impulse in Form von Texten, Zeichnungen, Fotografien, Video- und Audiobeiträgen.

Mobile Culture Studies

Mobile Culture Studies (MCS) ist eine nicht gewinnorientierte Organisation. Sie wurde 2006 in Basel gegründet, um inspirierende Mobilitätsthemen in einem interdisziplinären Kontext zu sammeln, zu diskutieren und zu verbreiten. Aus der Kulturanalyse kommend hatten ihre Mitglieder Kompetenz in qualitativer wie auch quantitativer Forschung und deckten alle praktischen und akademischen Bereiche von Mobilitätsphänomenen ab. Die bis 2014 bestehende Website von MCS enthielt qualitätsgeprüfte Artikel und Texte, die in das Archiv von ›mcsj› aufgenommen werden.

Was ist mobile culture?

MCS und nunmehr ›mcsj› beschäftigen sich nicht in erster Linie mit vergleichenden Studien zu Mobilitäten-Kulturen, sondern mit Kultur als inhärenter Bewegung beziehungsweise Kultur als Bewegkraft. Mobile Culture wird aus einer Theorie von ´kinesis´ und ´statis´ heraus gedacht, im Sinne von Motilität, die sowohl ´sich bewegen´ als auch ´verharren´ sowie ´Bewegungsunfähigkeit´ umfasst, sei es in physischen oder in symbolischen Räumen. Daraus entstehen zwei Bedeutungen: Einerseits mobile cultures im Sinne der Tatsache, dass unsere Lebenswelten immer mobiler werden; andererseits mobile culture im Sinne von Kultur als dynamischem Prinzip, als Erzeugerin räumlicher und mentaler Bewegung. In der späten Moderne sind Menschen, Waren, Ideen, Wissen und Praktiken Teil einer globalen Bewegung. Diese stetig zunehmende Bewegung verlangt nach einer Neuformulierung wissenschaftlicher Beschreibungen und theoretischer Konzepte.

Mobilitäten sind grundsätzlich das Resultat von Motilität, Interesse und Bewegung, aber nicht nur von Bewegung im Raum oder Raum in Bewegung, sondern ebenso von durch Bewegung erzeugten und in Bewegung empfundenen Räumen. Sie schaffen den Übergang zu einem dritten Raum als Möglichkeitsraum.

Mobilität als kulturelles Prinzip verweist auf Fakten und Phänomene, die das herkömmliche Verständnis von Transport und Bewegung in technischer Hinsicht überschreiten. Es umfasst sowohl realistische als auch idealistische Prinzipien der späten Moderne.

Motilität in Raum und Zeit ist eine der grundlegenden Anforderungen an die Bewältigung des zeitgenössischen Alltags. Sie ist das ‘secundum movens’ sozialer und professioneller Integration und damit der sozialen Differenzierung. Mobilität ist die Praxis der Relokalisierung und Delokalisierung, die alle Bereiche des Lebens berührt und so die Dynamik der Kultur veranschaulicht: von Kultur als eines alltäglichen Prozesses, wie er von den Cultural Studies erfasst wird.